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Re: Priester in der Praxis

Bernd/Beor @, Friday, 02. June 2006, 01:15 @ Detlef


Als Antwort auf: Priester in der Praxis von Detlef am 01. Juni 2006 15:35:05:


Neukultische Priester haben eine sehr starke Position in diesem Spiel und ich finde es nicht unbedingt stimmig wenn ein Priester, der “in einer Kutte vollmundige Choräle singend und Duftkräuter verbrennen” soll, sich in anderen Bereichen tummelt.
Ich kann mir z.B. nur schwer einen Endrakhapriester als Söldner in einer Armee vorstellen. Hier wären die Priester einfache Befehlsempfänger was irgendwie so gar nicht zu ihrem sonstigen Habitus passt. Bei den anonymen Feierabendpriestern der Kelida gibt es diese Problem im Alltag nicht, da sie dort nicht als Priester in Erscheinung treten. Hier wäre aber mal interessant wie sich die anonyme Keldiapriesterschaft einiger Handwerker auf das Verhältnis zu den übrigen Standeskollegen z.B. in den Gilden auswirken würden. Aber das ist ein anderes Thema.

Im Spiel wird man Priester häufig “von unten nach oben”. Das mag zwar anders gewünscht sein aber in der Praxis wird ein Spieler bald merken, dass ein Priester in Estichá einfach ein starker Typ ist. Der Versuch seinen Char dann im Abendstudium aufzupeppen ist ja per se o.k. Das führt aber fast zwangsläufig zu dem beklagten Priester mit Beruf. In wieweit dabei der Macht- und Schutzfaktor "Priester" eine Rolle spielt mag dahingestellte werden, aber mir fällt kein anderer so richtig plausibeler Grund dafür ein.

Derartige Entwicklungen haben ja möglicherweise auch in Estichà zu den Problemen geführt. Ob das "Machtwort mit Ausnahmeregeln" von Willi da viel bewirkt muß sich erst zeigen. Allerdings ist hier anders als bei der Zweitcharregel, eine ingame-Transparenz gegeben.

Priester die ihre Berufung mit ihrem Beruf verquicken, nach Macht und Einfluss streben, ungerecht sind oder dem persönlichen Vorteil nachjagen sind im Spiel durchaus berechtigt. Allerdings erfordert so ein Spiel auch ein Gegengewicht. Es fehlt eine Institution die Verfehlungen von Priestern ahndet. Leider sind die Schaltstellen der Macht in den Tempeln nur bedingt besetzt. Es mangelt an Hohepriestern. Dadurch ist es nicht so einfach oder praktisch unmöglich sich über einen Priester zu beklagen, weil es einfach keine "Beschwerdestelle" gibt. Vielleicht sollten die aktiven Hohepriester mal über so eine Institution nachdenken, damit Beschwerden oder Streitfragen rund ums Priestertum unabhängig von der Tempelzugehörigkeit zeitnah geschlichtet werden können.


Zu obigem Text: Exakt getroffen. IC "Möglichkeiten" und ooc "Realitäten" klaffen gewaltig auseinander. Sicher gibt es die "Möglichkeit" der Beschwerde gegen einen Priester, doch alleine die Tatsache, dass es Spieler gibt, die ihren Char als tief-gläubig angelegt haben, läßt schon jede Intervention gegen eine irgendwie geartete Priesterentscheidung versanden.

Ohne entsprechendes Gegengewicht kein ausgewogenes Spiel. Und damit sind dann jede "Ausnahmen" der Priester/Privatmann/frau-Regel Unsinn, weil damit ein Char geschaffen wird, der sich Priesterimunität und gleichzeitig wirtschaftlichen/politischen Einfluss sichert...


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