Spielerforum

zurück zur Hauptseite
in Thread öffnen

Spielspaß in Chrestonim

Christian @, Thursday, 12. September 2002, 15:51 @ Yirpa/Katharina


Als Antwort auf: Re: Dazu .....! von Yirpa/Katharina am 12. September 2002 14:12:40:


Hallo Katharina,

Bitte laß Dich von dem Wirtschaftskreislauf nicht aus CHR vertreiben, denn CHR ist mehr als das. Ich hab mich bisher nicht so sehr dazu geäußert, weil Mel und Josef im Prinzip alles gesagt haben, was gesagt werden mußte. Aber jetzt möchte ich dazu auch noch mal was loswerden.

Ich hab mich nicht als einfacher Bauer angemeldet und würde es auch NIE tun und NIEMANDEM raten. Ich spiele CHR seit 3 Jahren oder so, in der Zeit haben sich hunderte neue Charaktere angemeldet - und sind wieder verschwunden. Ganz wenige bleiben - und diejenigen davon, die Handwerker o.ä. sind, haben sich - wie Freund Pet - noch ein zweites Standbein gesucht. Das liegt einfach daran, daß das Wirtschaftssystem nicht spannend ist. Jede Runde "Die Fugger II" oder "Railrood Tycoon" ist deutlich spannender...

Chrestonim ist ein Rollenspiel, das heißt im Wesentlichen Laberspiel. Das heißt, um dauerhaft Spaß zu haben, muß man auch immer was Neues zu labern haben! Einkaufsverhandlungen etc sind vielleicht zweimal lustig, dann wiederholen sie sich. Wiederholung heißt Alltag, und den haben wir außerhalb des Spiels... Bei "Fugger II" (kennt das noch jemand) kann man deshalb, wenn man genug Kohle hat und es auf die Dublone nicht mehr ankommt, die Handelsgeschäfte einem NPC übergeben und sich um Politik, Spionage und Verrat kümmern.

Ich kann inzwischen tatsächlich ein bißchen was auch über das Wirtschaftssystem sagen, weil ich ja auch die Brauerei Draidon leite. Davon könnte man inzwischen tatsächlich leben, aber es ist auch ein großer Betrieb mit 10 Mitarbeitern, und wir haben einen Hof, der die Rohprodukte dazuliefert, in der Familie. Dazu kommt, daß "Bier" eine Schlüsselware darstellt, die sich in einem Rollenspiel immer gut verkauft. Wenn ich jetzt aber überlegen würde, KEINE Kriegsministerin etc zu spielen sondern NUR die Brauereibesitzerin, wär das schon and er Grenze dessen, was ich noch lustig finden könnte, und ich weiß nicht wie lange.

Manche sind sehr zufrieden damit, auf einem Mittelaltermarkt den Schmied zu machen und jedes Wochenende auf Metall rumzudengeln. Ich würd das arschlangweilig finden, meine Charaktere sind auch auf jedem LARP immer in der Nähe der Grafen, Könige oder so zu finden, wenn ich nicht selbst Adliger bin. Ein normaler Mensch mit einem Job bin ich in Real Life. Ich mache Geschäfte und führe Verhandlungen mit Leuten, die das auch beruflich tun - für all sowas brauch ich kein CHR-Spiel.

Ich will Action, Politik und Macht in diesem Spiel. Josef will Hinterlist, Macht und Intrigen. Sonja möchte eine prunkvolle Herrscherin darstellen. Dirk möchte sexuelle Phantasien ausleben, Mel möchte die Möglichkeiten des "Bösen" ausloten, die Bunte-Haare-Bande möchte flirten und romantische Szenen und Gefühle darstellen und Leute wie Jens möchte versuchen, wirtschaftliche Abläufe abzubilden.

Chrestonim funktioniert mit all diesen Gruppen, weil jeder sein Spiel machen kann und sie sich nur teilweise mal berühren. Wenn ich eine Brauerei kaufe, weiß ich, daß ich mich in der Funktion mit CHR Online und der Wirtschaft auseinandersetzen muß. Wenn ich in den J-Tempel gehen WÜRDE müßte ich mich mit Dirks Phantasien auseinandersetzen. Wenn sich die Bunthaare mit der Stadtwache anlegen müssen sie sich mit unseren Macht- und Herrschaftsideen auseinandersetzen.

Und jedesmal, wenn eine dieser Grenzen überschritten wird, gibt es erstlich Streit. Als Rawir den Falken angeschwuchtelt hat, hat er sich mit seiner Spielweise in das "Gebiet" Mels gewagt, wo nach Mels Regeln gespielt wurde - und zack, tot. Wenn die Bunthaare den Markt mit Flirtscheiß zufluten, dann ist das genau so ein Grenzüberschritt. Wenn nun Jens die Wirtschaftsregeln per Holzhammer allen anderen aufdrücken will, dann überschreitet er damit ebenfalls die Grenzen und stört bei allen anderen das, was sie am Spiel mögen.

Ob dem Minister das Papier für den Aushang fehlt, dem Bösewicht das Seil zum Fesseln oder der Dolch zum meucheln, der Regentin die Kerzen um ihren Prunksaal zu beleuchten oder dem J-Tempel die Gleitcreme und die Bettlaken ausgehen - das ist jeweils ein Grenzübertritt in unser Spiel.

Genauso, wie ein Charakter, der sich aus der Politik raushält, auch nicht das Opfer der Regierung wird, oder wie Dirk seine Sexstories nicht öffentlich auf den Markt postet, oder wie sogar Mel Charaktere nicht willkürlich metzelt, so sollte auch der WiSl die Grenzen der anderen beachten. Das hat er nicht getan, und ich denke, das regt hier die Leute auf.

Das solls gewesen sein...

Christian

  703 Views

gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

26177 Einträge in 5817 Threads, 129 angemeldete Benutzer, 2 Benutzer online (0 angemeldete, 2 Gäste)
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt
powered by my little forum