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Nochmal was zu den Bösen

Rene @, Wednesday, 01. August 2001, 13:51


Ich glaube, die Bösen sind nur deshalb so wenig vertreten, weil sie zu schnell isoliert werden. Man kann mit einem Banditen die erste Zeit tolle Sachen anstellen, aber wenn es herauskommt, dann ist das Spiel für ihn eigentlich gelaufen.

Der Bandit kann dann keine Leute mehr besuchen, nix mehr aufs Forum posten etc.

Wenn sich die Bösen nicht immer verstecken müßten, dann gäbe es sicher auch mehr von ihnen. Angenommen ich hätte einen berüchtigten Piraten, der Esticha besuchen möchte. Dann greift ihn die Stadtwache doch gleich auf. Ebenso kann der Pate nur solange Pate sein, wie seine Anonymität bewahr bleibt.

Böse Chars sind also von vornherein als Auslaufmodelle konzipiert.

Der Negativfall eines Piraten sähe doch so aus:

1.) Grausamer berüchtigter Pirat kommt nach Esticha.
2.) Die Wachen gucken dumm, nehmen ihn fest oder lassen ihn beschatten.
3.) Pirat klaut Kopf von Ratsmitglied
4.) Stadtwache nimmt Pirat in Gewahrsam, weil es sonst keiner gewesen sein kann.

Folglich rennt der Char nur irgendwo in den Gossen herum und spielt für sich allein.

Dabei ist es schonmal unrealistisch, daß in einer 19.000 Personen-Stadt die unerwartete Ankunft eines Piraten von der Stadtwache bemerkt wird, so er denn nicht unter eigenen Segeln eintrifft.

Deshalb fände ich es besser, wenn auch den Schurken die gleichen Spielmöglichkeiten eingeräumt würden. Konkret heißt das, man sollte ihre Auftritte auf den Foren und in den Tavernen mit blick auf den Realismus tolerieren.

Wenn ein grausamer berüchtigter Piratenchar, dessen Haftbefehl irgendwo in einer Amtsschublade verrottet, postet, daß er einfach mal so am Strand abhängt, dürfte das für die Wachen kein Grund sein, ihn festzunageln. Auch wenn ein Haftbefehl vorliegt, heißt das noch nicht, daß gerade dort, wo der Pirat sich sonnt, auch eine Wacheinheit herumläuft.

Ebenso verhält es sich mit anonymen Zetteln, die an den Marktplatz geheftet werden.

Und wenn ein Mörderchar postet, daß er in einer Robe gehüllt oder sonstwie verkleidet über den Markt läuft, ist das auch kein Grund für die Wachen, ihn anzuhalten.

Ich mein, in Sizilien weiß auch jeder, wer der Obermafioso ist, aber man kommt nicht ran an ihn. Wenn jemand einen Paten in Esticha spielt, sollte er eigentlich, sofern er eine allgemeine Summe an allgemeine bestechliche NPCs abtritt, davor bewahrt bleiben, einfach mal so sicherheitshalber in den Turm zu wandern. Da verschwinden eben mal Beweisstücke und Belastungszeugen.

Ebenso sollte ein Straßenräuber die Möglichkeit bekommen, seinen Char unisoliert zu spielen, auch wenn alle ooc-wissen, wer da vor Esticha am Wegrand lungert. Die Stadtwachen fürften es nicht eine Sekunde in Betracht ziehen, ihn zu verdächtigen, solange nicht konkrete ic-Indizien vorliegen. In einer 19.000 Köpfe Stadt gibt es schließlich mehr als genug andere NPC-Verdächtige.

Das Scheitern eines Schattenchars dürfte nur allein aus konkreten Handlungen heraus geschehen, aber nie aus seinem Bekanntheitsgrad.

Allenfalls könnte der Stadt-SL mal Würfeln, ob ein Verbrecherchar beim betreten einer Stadt erkannt wird oder nicht.

Ich glaube, wenn solche Hürden ausgeräumt würden, könnten wir die Verbrechensrate in Chrestonim planmäßig Schritt für Schritt wieder anheben.

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