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Der Almanach sagt...

Willi, CHR-Verwaltung @, Saturday, 08. December 2001, 17:23 @ Jhecha


Als Antwort auf: Frage : ab wann gilt man als erwachsen von Jhecha am 08. Dezember 2001 16:49:14:

(Der "Chrestonische Almanach" ist ein noch nicht fertiggestelltes Quellenbuch zu Chrestonim, das Sitten, Kultur und allgemeines tägliches Leben in CHR behandelt. Folgender Text ist ein noch nicht korrektur gelesener Ausschnit daraus.
Für Leute, die das alles nicht lesen wollen sei die Antwort gegeben: ab 21 hat man definitiv alle Rechte und Pflichten.)

Folgt man dem Neuen Kult (und dies tut der Groß-teil der Einwohner Mradoshans), so ist das begin-nende Leben eines jeden Gläubigen in drei große Abschnitte unterteilt, die mit verschiedenen Begrif-fen belegt werden: Niabana, Adalana und die Vorj-hana.
Zu Beginn steht Niabana, die erste Phase des Le-bens, der mit der Geburt beginnt und mit dem Er-reichen des Siebten Lebensjahres endet. Sie gilt als heilig und schützenswert und Kinder diesen Alters, egal welcher Rasse sie angehören mögen, stehen in der Tat in allen Städten und Staaten, in denen der Neue Kult vertreten ist gar unter gesetzlichem und krichlichem Schutz. So sind beispielsweise Tempel und Waisenhäuser dazu verpflichtet, Kinder in der Niabana aufzunehmen und zu versorgen.
Wächst das Kind aus der Niabana heraus, so tritt es in die Adalana ein, einer Phase des Lernens, wie von den Religionen gepredigt wird. Praktisch je-doch sollte man sie den Übergang in die harte Rea-lität nennen, denn mit Erreichen der Adalana er-lischt bereits die gesetzliche Verpflichtung der Gemeinschaften und Kirchen für das Kind - das heißt, dass beispielsweise Kinderarbeit nicht mehr von den neukultischen Gemeinden unterbunden werden muß, da keinerlei moralische Verpflichtung mehr besteht.
In der Tat haben es Kinder in Chrestonim nicht leicht: die Städte sind übervölkert und ein Leben ist entsprechend wenig wert. Die Löhne sind gerade zwischen Gilgat und der Hauptstadt der Allianz niedrig und so müssen in den Städten der Großteil der Kinder mit freigelassenen Sklaven, Einwande-rern oder einfach Tagelöhner in oft mörderischem Kampf konkurrieren. Und da Kinder im allgemei-nen weniger aufsässig und auch leichter einzu-schüchtern sind, greift man allerorten gerne auf sie zurück. Moralisch kritisiert wird dies von kaum jemandem - schließlich sind die meisten Familien Chrestonims schlichtweg nur in der Lage zu überle-ben, wenn die Kinder wenigstens ihr eigenes Essen selbst verdienen. Dies ist der Alltag und wird gene-rell als "normal" angesehen.
Dass da von Schulbildung keine Rede sei kann ist selbstverständlich und so wurde der Begriff Adala-na, der sich vom Chirjeya-Wort adelagi (lernen) ableitet auch von der Priesterkaste geprägt. Deren Kinder freilich (und auch die der beiden anderen hohen Kasten der Chirà) genießen jene Ausbildung, die dringend nötig ist, um die Aufgaben, die sie einst in der Kasten- und Clangemeinschaft ausüben sollen, auch erfüllen können.
Die Adalana endet mit dem Vollenden des drei-zehnten Lebensjahres, gefolgt von der Vorjana, die ebenso wie die beiden ersten Phasen des Lebens, sieben Jahre dauert, also bis zum Erreichen eines Alters von 21. Hier klaffen die Unterschiede zwi-schen Arm und Reich noch stärker auseinander: während die Armut und die harte Arbeit die Körper und Seelen der Armen für immer zeichnet, dürfen sich beispielsweise die Mitglieder der höheren Kasten hier ihrer Jugend erfreuen. Zwar steht im-mer noch die Ausbildung - sei es als Tempeldiener, Schriftgelehrter, Diplomat, Beamter oder Krieger - im Vordergrund, doch in der übrigbleibenden Frei-zeit läßt es sich leben wie nie zuvor.
Nach dem Ende der Vorjhana gilt die Chirà, Mensch, Unuim oder Sragon (vorausgesetzt, sie teilen diese alte Sitte) als Erwachsen. Für die unte-ren Schichten ist dies freilich von wenig Bedeu-tung, beginnt doch für viele die Bitterkeit des Le-bens bereits als Kind. So hat diese traditionelle Einteilung der ersten Lebensjahre ihre Anhänger fast ausschließlich (die Phase der Niabana ausge-nommen) in den oberen Schichten und hier beson-ders bei den Chirà (ist der Übergang von einer Phase in die nächste doch stets mit einer verstärkten Übernahme von Verpflichtungen verbunden) und den wohlhabenderen Menschen, die gerne die Ge-legenheit zum Feiern nutzen und insgesamt eine Leidenschaft für derartige Formalitäten zu haben scheinen.
Traditionell wird jeder Lebensabschnitt unter den Schutz einer Gottheit gestellt. Dies kann stets die-selbe Gottheit sein (was besonders bei Clans, die sich gänzlich einem Kult verschrieben haben üblich ist) oder aber wechseln. So ist es weit verbreitet, bei der Geburt dem Kind den Segen Mehdoras zu ge-ben und auf ihren Schutz während der Niabana zu hoffen. Für die Adalana wählen die Eltern gerne eine Gottheit, die die Interessen des Kindes prägen sollen - bei Mitgliedern der Kriegerkaste also die Kriegsgöttin Endrakha, bei Handwerkern Kelida und so fort. Welchem Gott oder Göttin man sich für die Vorjhana verschreibt, liegt bereits in der Ent-scheidung des Jugendlichen selbst, ist also bereits nach seinen eigenen Interessen ausgewählt.
Nach der Vorjhana ist es übrigens nicht unüblich, eine weitere Bindung mit der gewünschten Kirche einzugehen, die jedoch bereits gesetzliche Grundla-gen hat. So sind an den Tempel dann regelmäßige Spenden zu entrichten, jedoch kann man sich ande-rerseits auf Fürsprache und Hilfe durch die jeweili-ge religiöse Gemeinschaft verlassen. Solch eine Bindung stellt die niedrigste und schwächste der möglichen religiösen Bindungen dar.

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