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Der Hecht im Karpfenteich moralisch-demokratischer Hochgesinnung

Willi, CHR-Verwaltung @, Tuesday, 04. September 2001, 13:00


Eins vorweg: das ist keine Kritik an den Vorgängen am Unteren Markt! Da ist bisher nichts vorgefallen, was irgendwie dem Rollenspiel entgegenliefe. Nur möchte ich die Gedanken des Volkes noch einmal ein wenig erläutern (wie Wolli es auch schon dankenswerterweise getan hat).
- Estichà war vorher auch keine Demokratie, sondern die Herrschaft der Oberschicht. Vorher hatte das Volk nix zu sagen, hinterher auch nicht. Von daher ist es ihm gleich.
- Vobra ist eine Diktatur, Yedea eine Monarchie, Ashrabad eine Monarchie, Rash-Magapur eine Monarchie (beinahe aber eine Hierokratie), die Allianz schließlich ist sowas wie eine Aristokratie. Estichà als Monarchie reiht sich damit in den Reigen der "normalen" Staatsformen ein.
- Trotz der heftigen Angriffe auf die neue Regierung am unteren Markt wurde niemand verhaftet, wie es früher beim Rat geschehen wäre. Das sieht das Volk als Erfüllung des Versprechens ihrer Rechte an. Man kann kritisieren, ohne verhaftet zu werden - beachtlich! Wir sind frei und werden nicht unterdrückt!
- Alleinherrschaft ist für das Volk nicht negativ belastet. Ihnen schwebt das Bild einer guten, weisen Herrscherin vor, einer glanzvollen Königin und dieses Bild vermag gerade Jhiatara wie keine andere oder kein anderer zu präsentieren. Das ist eine Regierung, auf die stolz sein können - zum Rat der Handwerker und Bauern konnten sie nicht aufschauen und keinen Stolz empfinden.
- Die Chirà müssen bedenken, dass es sich bei Jhiatara um eine Vertreterin des herrschenden Clans der Adelskaste handelt und sie von der Allianz - der jede Chirà, die einer Kaste angehört, ebenso verpflichtet ist - offen unterstützt wird. Chiranisches Blut ist oft dicker als das demokratische Wasser, das durch die estichanischen Ratswahladern fließt.
- Das Volk hat viele Priester gesehen und Priester haben die Verfassung mit unterschrieben. Das kann nichts schlechtes sein, immerhin sind Priester gebildet und weise und vorausschauend. Und diese Herrschaft hat die Segnung der Götter bekommen (wie praktisch jede Regierung, die nicht aktiv ketzerischen (und Medivh und Hel sind geläutert) Inhalts ist, aber das ist ein Detail, das den Leuten entgeht), das ist einer der stärksten Punkte, die das Volk zu überzeugen vermag.
- Rein optisch (und das ist ein guter Zug der Regierung) hat sich so gut wie nichts geändert: Jhiatara (die sie selbst gewählt haben) ist weiterhin an der Staatsspitze, Maria ist Kommandantin, Kenan sowas wie ein Richter (Justizminister? Hä? Egal! Er lebe Hoch!), Beor in der Verwaltung etc.
Für das Volk ist das kein Staatsstreich sondern dieselbe Regierung, dieselben Organe. Es ist eine Umbildung. Und Wählen? Wählen können sie auch, das Volk legt zwar keinen großen Wert drauf, aber auch da bleibt alles beim alten. Fazit: es ist alles gleich geblieben, nur das wir jetzt der (wählenden) Stadt übergeordnet noch ein stolzes Reich haben, das von einer schönen und klugen Herrscherin regiert wird. Sie lebe hoch!

In Chrestonim gehen Revolutionen nicht vom Volke aus, sondern die Oberschicht streitet sich untereinander um die fettesten Tröge. Meist wird jede Einmischung des Volks schon dadurch weggewischt oder im Keime erstickt, da die Priesterschaft aktiv ihren Einfluß ausbaut und oft ihr günstige oder gewogene Personen an die Herrschaft hievt. Und gegen die Priester lehnen sich nur die Mutigsten auf, nein, nicht wegen der Inquisition, sondern weil die Priester ihre Kinder zur Welt bringen, sie taufen, sie ausbilden, die Armen speisen, ihnen Sterbebegleitung anbieten, sie miteinander verheiraten, ihnen Schutz vor bösen Geistern bieten, sie beraten, ihre Feste organisieren, in Zeiten der Not zu ihnen halten, sie viel Gold haben und sie in ewige Verdammnis schleudern können. Und vieles mehr. Das Volk hat deswegen Respekt und Achtung vor der Priesterschaft, keine Angst (-> Inquisition).

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