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Kontrollen und Demokraturen

Chaoszwysel / Ex-Remira Alezma @, Tuesday, 19. October 2004, 20:48 @ Tamara/ Samancha


Als Antwort auf: Re: Routinekontrollen - bitte nicht zur Routine werden lassen! von Tamara/ Samancha am 19. Oktober 2004 16:26:31:


Ich habe schon zweimal als Gardistin in Vorovis angefangen, und auch wieder aufgehört. Auf dezente Kontrollen via E- Mail reagiert kaum ein Spieler. Und wenn keiner reagiert, die Mails (und nicht nur Zweizeiler) also ignoriert werden, und ein jeder weitermacht wie als wär er Achorah auf dem Lande, dann geht auch die schönste Militärdiktatur flöten.
Nicht, weil irgendjemand ic den Arsch hochkriegen würde, sondern, weil die Spieler den Spielhintergrund ignorieren. Braucht man dann noch Chrestonim?
Außerdem gibt es keine Korruptionsplots und nach einigen Wochen nur noch frustrierte Gardisten, die nicht mitspielen dürfen, weil sie die böse Staatsmacht spielen. Und alles wird Kuschelplot, amen.
Die Kontrollen mögen überflüssig sein, sie mögen teuer sein und schwachsinnig, aber sie finden ic statt. Genau wie die Seuche ist dies ein willkommener Anlass für Chars, in Aktion zu treten. Wer mag, kann sich beschweren, wer mag, kann sich ein lustiges Rennen mit den Wachen über den unteren Markt liefern, oder gleich in den Untergrund gehen oder in die Politik.
Genauso wie man bei der Seuche wunderbar hätte plündern können, oder irgendwelche Konkurrenten loswerden, sei es durch Schuldzuweisungen oder einen Dolch in den Rücken. Aber nein, das Volk will lieber schmusen und Wirtschaften. Darum beschwert man sich immer, wenn in der mittelalterlich angehauchten Stadt etwas unvorhergesehenes passiert.

Warum hat meiner Gardistin niemand gesagt: "Hör mal, hier hast du 100 Dublonen, und jetzt verschwinde"? Hätte man ihr tausend gegeben, man hätte sogar eine Eskorte bekommen. Für zweitausend wäre mein Char vielleicht übergelaufen und in den untergrund gegangen.
Aber an solche etwas denkt das gemeine Volk im Rollenspiel ja nicht. Wir sind ja obrigkeitshörig. Wir zeigen brav den Ausweis und beschweren uns dann. OOC natürlich, denn der Char will ja keine Schwierigkeiten machen. Man könnte ja aus Versehen ins Rollenspiel geraten.

PS:
Jetzt wird sicher gesagt: "Estichà ist nicht Vorovis". Klar. Aber auch in Estichà herrscht bisweilen Paranoia. Estichà ist durchaus bedroht, nur sieht man die Bedrohungen nicht, weil sie nicht vorne ans Tor klopfen. Lijani, Vorovisen, freischaffende Fischer, sie alle sehen auf Estichà.
Abgesehen davon kann ich mir gut vorstellen, dass die aktuelle Regierung sich an der Macht halten will und daher ein wenig Panikmache betreibt. Was, wenn einen Tag vor der Wahl ein hoher Beamter entführt wird? Setzen wir die Wahl auf unbestimmte Zeit aus....
Das wär auch so ne Art Rollenspiel, meiner Meinung nach. Okay, es ist nicht so schön wie Diablo. Aber man kann nicht alles haben.


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