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Von Brei, Zwiebeln und anderen Köstlichkeiten

Rasto - der Achorah @, Sunday, 08. August 2004, 15:43


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Ahoi ihr Landzwysel,

es gelte viel über Action, Antiaction und Soap zu sagen. Jedoch viel wurde schon gesagt und viel wird noch gesagt werden. Die Vorstellung CHRs ist in den Köpfen der Spieler und man wird diese nicht so leicht ändern können.

Dies zeigt alleine die Tatsache, dass sich kein Spieler mit dem wahren Potential der Röhre auseinandersetzt. Die Technik die überall unter der Oberfläche der dünnen Kruste aufscheint, die eigentlich als selbstverständlicher Bestandteil der Umwelt gelten sollte, wird nicht mit in das Spiel aufgenommen. Das aussergewöhnliche Potential der Spielwelt liegt sehr weit von dem entfernt, was gespielt wird.

Am Anfang war ich hellauf begeistert über CHR, dessen Mradoshan.pdf ich geradezu verschlungen hatte. Auch die Pipeshintergründe lassen Spielräume zu neuen Sphären im Kopf eines Newbies ablaufen. Klar, man wird nicht sofort eintauchen in die Tiefen der Technik oder der Welt als solches, doch mit den Jahren merkte ich, dass man nie eintaucht, nie das Potential auch nur annähernd ausschöpft. Technik ist nicht blos Priesterimplantate tragen. Das ist mehr, Teile der Welt in CHR funktionieren nur, da es Technik gibt. Alltägliches, umfunktionierte Gebilde, deren einstiger Sinn einem jeden verschlossen ist und der nun für einen neuen Zweck verwendet wird. In anderer Funktion. Doch davon sieht und hört man kaum etwas.

Dafür gibt es Gründe die unzählige Male schon zur Diskussion standen, am Ende bringt man sie auf den Nenner mit: Was einmal in den Köpfen drin ist, wird man so schnell nicht losbekommen.

In CHR tobt seit Jahrtausenden der grosse Kampf Gut gegen Böse. Welten wurden zerstört und neu aufgebaut, Völker wurden erschaffen und sind wieder verschwunden. Die Röhre unterliegt dem ewigen Kampf der Götter um Einfluss, Macht und Stärke in der Röhre.

Unter dieser Schicht kosmischer Entfernung in die kaum ein Char jemals eintauchen wird, gibt es weitere. Wie eine Zwiebel kann man sich bis ins Herz - des Brunnenssitzer-Gesprächs in seichtestem Soapiestyle - durchschälen. Ja, das Herz des Spiels ist "die-Sims" und Soap. Wenn jeder regiert, wer soll dann das Volk sein? Wenn jeder zerstört, wer soll dann aufbauen? Wenn jeder erschafft, wo ist dann noch Platz, die Tristess eines Aufbauspiels zu durchbrechen?

Ich verziehe mich in die Schicht, wo man ein wenig Action stricken kann, weil das meinem Interesse am Nächsten kommt. Ich wünsche mir, dort gleichgesinnte Gegner (wenn man den Begriff mal strapazieren darf) zu finden, damit ich es nicht allzuleicht habe.

Was damit gesagt sein soll ist, dass das Spiel in seinen 6 Jahren bisher weit vom Kurs abgekommen ist, wie ihn die Weltenbeschreibung in bunten und schillernden Farben zeichnet. Beschwerden folgen auf diesem Forum Gegenbeschwerden. Soapies vs. Action, Wirtschaft vs. Antiwirtschaft, Krieg vs. Frieden, Alltag vs. das Besondere.

Der neue GeistSL ist ein Schrittchen in die richtige, neukorrigierte Richtung, andere Schrittchen sollen folgen, sagt Fama. Doch werden sie alle scheitern, wenn die Köpfe sich nicht öffnen. Es hat nichts mit Soap oder Action zu tun, ob alles so gewöhnlich ist in dieser aussergewöhnlichen Welt CHR. Es hat was mit Vorstellung und Einfühlung zu tun, was man denn nicht alles fantastisches machen könnte mit dem Grundgerüst Weltenbeschreibung. CHR ist nach wie vor Einheitsbrei und nur wenige wollen daraus ausbrechen. Warum ist das so? Warum erinnert mich Esticha an eine Hansestadt? Warum fahren Zweimaster wie zur Zeit Christoph Kolumbus (ich will mal die Schmetterlingsschiffe verschweigen, harharhar) am Metcha rum? Wieso laufen viktorianische Kutschen (halt von Karkecks gezogen) vom Band der elurischen Wagenmanofrakturen? Wieso sehen Luftschiffe aus wie Zepeline? Wieso sind die Flugechsen Drachen aus AD&D? Wieso ist alles so gewöhnlich? Wo ist die "Fantasy" dieses "Lebendigsten Chaos der Fantasy"? Ich seh sie so selten, dass es mir einen Freudenjuchzer abverlangt, wenn ich davon - so selten - lese.

Gruss
Rasto - der Achorah

Zur Action finden sich unter den neuen MAVs sehr schöne Anreize, wie ich meine, denen ich ein Lob aussprechen will. Ich habe sie kommen und gehen gesehen und werde nun durch die 5te MAV-Generation verwaltet. Aber Rene und Mel haben bisher am meisten Herz und Schweiss in die Sache gesteckt.

Die Rubrik "Das Ansehensystem" ist nach dem Herzschlag eines Actionspielers. Dort hat man seine Trophäen, ein Weg der sein eigener ist. Mag sein, dass sich der eine oder andere mit dem System nicht anfreunden kann, doch das spielt keine Rolle. Das Zielpublikum ist angesprochen, das ist die Hauptsache.


Men-Achors eigener Weg

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Re: Von Brei, Zwiebeln und anderen Köstlichkeiten

Benni, VOR-SL @, Sunday, 08. August 2004, 17:09 @ Rasto - der Achorah


Als Antwort auf: Von Brei, Zwiebeln und anderen Köstlichkeiten von Rasto - der Achorah am 08. August 2004 15:43:57:


Sehr schöner Text,Tom. Du hast vieles auf den Punkt gebracht. Ich versuche in Vorovis, zumindest was die wenigen Plots anbetrifft die ich selber einleite auch ein bischen die äußeren Zwiebelschalen zu zeigen, aber das war bisher eher unbewusst und eher deswegen weil es dem Spiel-so hoffe ich- erst einen gewissen Kick gibt wenn man mal einen derartigen Plot spielen kann.
Das Ansehenssystem aus MEN find ich auch Klasse. Ich bin derzeit am überlegen ob man das in abgewandelter Form auch in Vorovis einführen kann. Allerdings ist es mir derzeit noch mit zu viel Aufwand verbunden, eine solche "Abzeichenseite" up2date zu halten(auch deswegen weil VOR mehr SCs hat als MEN). Daher beobachte ich noch ein wenig wie das ganze in MEN entwickelt und denk noch ein bischen nach wie man so ein Abeichensystem noch SL-Zeitsparender aufbauen und erhalten könnte(vielleicht mit einem einfachen php proggi? *zu den programmierern schiel*)
So ein Abzeichensystem würde sicherlich mehr Dynamik in das Spiel bringen und den Spielern mehr Möglichkeiten offenbaren. Und mehr oder weniger Action(im weitesten Sinne) ist doch was eine Stadt erst wirklich am Leben hält.
Gruss
Benni

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Re: Von Brei, Zwiebeln und anderen Köstlichkeiten

René / Men´s Spielwutbremse @, Monday, 09. August 2004, 00:24 @ Benni, VOR-SL


Als Antwort auf: Re: Von Brei, Zwiebeln und anderen Köstlichkeiten von Benni, VOR-SL am 08. August 2004 17:09:59:


So ein Updaten wird mit zunehmender Spielerzahl natürlich schwieriger. Wenn man nur aller viertel Jahr sich mal zu einem Großupdate hinsetzt, sollte es aber gehen. MAn muss auch nicht alles nachprüfen, was die Spieler beantragen. Nur Stichproben. Und wer trickst, fliegt für immer raus. Außerdem kann man die Homepage auf Extrawebspace legen und bestimmten Leuten Zugang dafür geben. Muss ja nicht alles der Stadt-SL machen.

Für Vorovis wären Orden als Icons ein angebrachtes Belohnungssystem, evtl. noch mit Nadeln für bedeutende politische Plots usw. Solche Abzeichen müssen natürlich im sinne der Stadt sein. In rechtschaffenden Städten wäre eine differenzierte Belohnung für innovative Handelsplots hilfreich. Manchen mag mit so einem reinen männertypischen Höher-weiter-mehr-System nicht anfreunden. Der kann ja weggucken. Vor allem Star Trek Rollenspiele fahren gut mit solchen Belohnungssystemen. Die Bundeswehr ebenfalls. Wie viel Engagement steckst doch so ein Rekrut, um das Sportabzeichen oder das Grebirgsheerführerabzeichen zu bekommen. So ein kleines Ding und doch motiviert es manchen dazu, sich richtig ins Zeug zu legen. Außerdem gibt es einem Spieler die Möglichkeit, abzuschätzen, an wen er sich in einer Stadt wenden muss, wenn er Spieler seines Gesinnungslagers finden will. Dann muss ich mich nicht durch 50 Soapieplots quälen, um einen Partner für ein Abenteuer zu finden. Wie oft schreiben Spieler große Heldentaten in ihr Profil und dann sitzen sich doch nur am Brunnen in andere Animesfiguren verlieben wollen. Ansehenssysteme machen auch in einer Welt Sinn, wo ein Machtaufstieg so schwer bis unmöglich ist wie in Chrestonim.

Zum eigentlichen Thema. Ein Geist-SL klingt gut. Hoffentlich beschränkt er sich nicht nur auf den Weingeist.

G.
René


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Re: Von Brei, Zwiebeln und anderen Köstlichkeiten

Hel/Josef @, Sunday, 08. August 2004, 20:17 @ Rasto - der Achorah


Als Antwort auf: Von Brei, Zwiebeln und anderen Köstlichkeiten von Rasto - der Achorah am 08. August 2004 15:43:57:


Ja, du hast schon recht, es sind ganze Folianten über dieses Thema gefüllt worden. Mit ziemlicher Sicherheit ist auch diese Fußnote überflüssig, aber auch wenn sie nur das sehr subjektive Bild einer durchaus verschwommenen Begriffsbestimmung ist, mag sie vielleicht eine Ahnung des flüchtigen Vergnügens vermitteln, dessen Mangel im Spiel mir persönlich immer mehr abgeht.
Die Frage ist nicht so sehr Action oder Soap, sondern Tiefgang. Es gibt nichts langweiligeres als einen Char böse um des Bösen willen, oder umgekehrt, darzustellen. Leben ist niemals nur hell oder nur dunkel. Das Spannungsfeld zwischen diesen beiden Polen und dessen Darstellung haucht einem Char Leben ein und damit auch dem Spielgeschehen. Egal ob es sich jetzt um einen abgebrühten Meuchler handelt, der in seiner eigenen Kälte erstickt oder um einen Papiermacher, den selbstzerstörerischer Haß überkommt, diese Bruchlinien sind es, die ausgespielt einen Char formen und damit auch sein Umfeld. Das bedingt zweierlei, zum Ersten das sich Einlassen auf seinen Char, auch seine Schwächen auszuleben und Zweitens die selbstgesteckten Grenzen seines Chars nicht zu überschreiten. Da sind gegensätzliche Spielauffassungen ziemlich egal, wenn solche Chars aufeinander treffen. Es gibt eine "innere Logik" die einen Char glaubhaft macht, neben allem Tiefgang. Es sind für mich die flachen Abklatsche von irgendwelchen Stereotypen die einem auf den Sack gehen, heute der Finsterling und morgen der harfenzupfende Schleimer vom Dienst, ohne jeden Zusammenhang, die sich in unmotivierten Zweizeilern verbreitern.
Ich gebe unumwunden zu, daß ich auch zu denen gehöre, die eine stimmungsvolle Beschreibung zu schätzen wissen, aber Stil ist nicht Alles.
Es bedarf auch keiner abgedrehten Szenarien um einen Plot interessant zu machen, wenn sich die Spieler auch darauf einlassen. Der High-Tech Hintergrund von CHR, so interessant er auch ooc sein mag, kann im Spiel kein großes Gewicht haben, denn ic haben nur die allerwenigsten Spieler davon eine Ahnung.
Für alle Anderen sind es Wunder, je nach persönlicher Glaubenslage Göttergeschenke oder Dämonenwerk. Viel wesentlicher scheint mir, den Zeitgeist im Spiel darzustellen. Das ist natürlich Beschränkung und nicht immer leicht darzustellen, aber es bringt dem Spiel etwas.

Grüße
Josef


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Die Flugechsen...

Eva / Khitra @, Sunday, 08. August 2004, 21:53 @ Rasto - der Achorah


Als Antwort auf: Von Brei, Zwiebeln und anderen Köstlichkeiten von Rasto - der Achorah am 08. August 2004 15:43:57:


sehen beileibe nicht aus wie "Standard"drachen. Sie gehen eher in Richtung Pterodactylus und gehen damit in die Richtung wie alle anderen Echsen (Teccrakha/T-Rex, Karkech/Raptor etc.) Wenn das aus meiner Beschreibung nicht hervorgeht, muß ich sie dringend ändern...


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