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Es gibt keine dumme Fragen, sondern nur dumme...

Sebastian @, Sunday, 08. August 2004, 09:11

Hi Folks!

Es ist acht Uhr und ich komme vom Zeitungen (Sonntag aktuell) austragen.

Vorne weg sei gesagt, ich bin zur Zeit, in der ich die Rohfassung des Textes hier schreibe, 20 Stunden wach, es dreht sich alles leicht und mein Kaffee ist alle! Dennoch will ich, um nichts zu vergessen, schon jetzt mit dem Schreiben anfangen. Ich habe den Text dann später noch mal überflogen und nun steht er hier. Er wirkt an manchen stellen wohl etwas parodistisch, satirisch oder auch ironisch. Aber so bin ich nunmal.

Ich habe trotz Abraten einer von mir sehr geschätzten Person, diesen Text, der eigentlich nur um eine einfache Frage, bestehend aus fünf Wörtern zum Inhalt hat, geschrieben. Abgeraten wurde mir deshalb davon, weil diese schon fast philosophische Frage trotz der wenigen Spieler eine heftige Diskussion auslöste. Denn plötzlich meldeten sich selbst die Spieler aus zu Wort, die zuvor in eine Starre des Schweigens gefallen waren. Was "könnte" nun passieren, wenn noch mehr Leute davon hören und etwas dazu sagen wollen? Mir ist es eigentlich egal, was passiert könnte...

Um Euch noch länger auf die Folter zu spannen sei noch gesagt, dass ich die ganze Nacht dabei war (Im Graben). Von etwa 21 Uhr bis heute morgen um etwa 6 Uhr 30. Zwischen drei und vier Uhr (glaube ich), nachdem trotz später Stunde noch ein, zwei Spieler kamen, stellt dann "Der Holzkopf" die Frage. Es sollte sich als die Frage aller Fragen der Rollenspieler herausstellen. Praktisch der Frage nach dem Sinn des Leben gleichgestellt.

Dieser Hohlkopf fragte philosophisch und aus reiner Neugierde (Im Grunde war er gelangweilt (!) Es war um Chat nichts los, alles ooc und er wollte einfach etwas schreiben): "Gibt es den ultimativen Plot?". An sich eine simple Frage, doch die Reaktion war wahrlich extrem, denn plötzlich kam wieder leben in die Bude. Alle wollten etwas dazu sagen. Und es bildeten sich letztendlich drei Parteien mit je einer Theorie. Zwei kamen zu beginn auf und eine erst fast ganz zum Schluss, als sich der Trubel wieder legte.

Zu den ersten Zwei Theorien: Auf die eine will ich nicht eingehen (soll es der Spieler/Entwickler dieser These lieber selbst tun). Die andere Theorie, die "Nein-Theorie", ist in kurzen Worten darzulegen. Die Nein-Theorieler waren der Auffassung, diese Frage ist nur mit "Nein" zu beantworten, es sei denn jemand hat ein persönliches Ziel, was für ihn selbst Ultimativ ist, oder so'n Zeug... Die Anhänger der Nein-Theorie waren selbstverständlich in der Mehrheit (die beiden anderen Theorien hatten je nur einen Verfechter). Die Vertreter der Nein-Partei waren zusätzlich hochkarätig und widerlegten die erste, andere Theorie mit messerscharfem Verstand. Durch scharfsinnige und raffinierten Argumenten, wie "Du erzählst Müll" und "Ultimnativ is aber objektiv, nicht subjektiv" und "Das ist Quatsch" widerlegten sie alle Gegenargumente der ungenannten Theorie wortgewandt. Es fiel auch das wundervolle Wort "Schwachfug". Zum Schluß dieser Auseinandersetzung wurde es noch sehr grob. Die Ungenannte Theorie fand sichtlich wenig Anklang in den Köpfen der Chattern.

Um nun zur letzten Theorie - der bedeutensten überhaupt - zu kommen, die kaum diskutiert wurde: Es ist die - man mag es kaum glauben - "Sebastiansche Theorie". (Und an all die, die es kaum glauben können: Ich kann auch denken. Auch wenn es sogar selbst mich selbst manchmal überrascht.) Sie, die Theorie, wird auch die allgemein "Katastrophentheorie" bzw. die "Weltuntergangstheorie" genannt und geht gar von einem apokalyptischen Ausmaß in der Beantwortung der Fragen aller Fragen aus. Zu ihr schreibe ich eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas nieder.

Ich selbst meldete mich insgesamt kaum zu Wort. Erst gegen Ende wurde ich aktiv. Es war recht amüsant zu erfahren, wie die anderen Spieler darüber denken und dazu meinen. Und Hin und wieder war mir ein Schmunzeln nicht verwährt...

Doch nun zu einer weiteren Frage: "Warum schreibe ich all dies?". Ich schreibe dies, weil ich Eure Meinung dazu hören will! Nicht umsonst will ich all dies geschrieben haben. Schon jetzt weiß ich, dass die Nein-Theorie viel Zulauf von den Spielern bekommen wird; bin aber auch auf Kommentare und andere "Theorien" gespannt. Besonders jetzt, da ich vergessen habe, was ich am Anfang dieses Textes geschrieben habe...

Übrigens, eins sei noch gesagt, ihr müsst nicht jedes Wort unbedingt ernst nehmen.

"Gibt es den ultimativen Plot"

Grüße,
Sebastian der "Holzkopp"


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Ja, ....

Peter (Pet) @, Sunday, 08. August 2004, 12:13 @ Sebastian


Als Antwort auf: Es gibt keine dumme Fragen, sondern nur dumme... von Sebastian am 08. August 2004 09:11:24:


.... den gibt es.

mfg
Peter


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Und der wäre? n/t

Eva / Khitra @, Sunday, 08. August 2004, 12:49 @ Peter (Pet)


Als Antwort auf: Ja, .... von Peter (Pet) am 08. August 2004 12:13:28:

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"Die perfekte Welle"

Nuriet/Peter @, Sunday, 08. August 2004, 15:11 @ Eva / Khitra


Als Antwort auf: Und der wäre? n/t von Eva / Khitra am 08. August 2004 12:49:33:


Zu erst würde ich doch gerne die beiden anderen Theorien aus dem Graben einmal hören wollen - die Neintheorie habe ich verstanden, die erste wird ja geheim gehalten, die dritte habe nicht greifen können...

Nun zu meiner Ansicht: Da ich erst heute morgen um 8:00h eine Rollenspielrunde hinter mich gebracht habe, mit einem relativ geringen Anteil an Plott und daher sicher nun eher zu NEIN tendieren sollte, ein Zitat eines Freundes: "Andere Leute suchen sich ein leichtes Hobby, wie Radfahren, Gesellschatsspiele oder Kernphysik, warum müssen wir Rollenspiele spielen?"
Manchmal hat Rollenspiel doch etwas fast religiöses, Würfeltechniken werden celbriert, Charaktere werden zum fantastischen Alterego und die Spielrunde das Tor in eine andere Welt um sich ein paar Stunden mal zu vergessen. Ich denke wenn man diese Attribute auch auf sich vereinbaren kann, dann kann man auch vom perfekten Plott reden. Ich sage nicht, dann kann man ihn erleben, ich sage dann kann man von ihm träumen, darauf hinarbeiten, darauf warten.
Vielleicht zu vergleichen mit dem altbekannten Surfertraum der perfekten Welle. Sie alle warten darauf, sie alle erleben wohl ein Lebenlang keine, bis auf den einen der von ihr erzählt und der Mathos lebt weiter.
Wie heißt es? Du kannst die Perfektion nicht erreichen, aber du kannst nach ihr streben um fortwährend besser zu werden?
Ich bin seit zehn Jahren Spielleiter einer Pen&Paper Runde, und würde ich sagen: "die perfekte Welle" ist Schwachfug, würde ich beginnen meinen Stiefel durchzuziehen, würde beginnen in Routine zu kommen, zu verfallen. Aber ich glaube ich kann besser sein, ich glaube an "die perfekte Welle" - aus meiner Sicht weniger in Form des perfekten Plotts, zugegeben. Meine "perfekte Welle" ist der Spielabend, an dem jeder vergißt, dass er spielt, vergißt das er Würfel statt Schwert in der Hand hält (aber wohlbehalten in die Realität zurück findet).

Ich denke aber auch, man muss ein Stück weit süchtig sein, ein Stück weit abhängig von dieser Welt, um sich solchen Träumereien hinzugeben und vielleicht auch solchen Mühen. Ich verbringe viel Zeit mit Rollenspielen, schreibe, zeichne, spiele... Kurzgeschichten, Romane, Regelwerke, Homepages, alles nicht nur als Konsument. Warum sollte ich soviel Zeit darauf verschwenden, wenn ich nicht "perfekt" sein wollte, die "perfekte Runde" haben wollte...

Aber das ist meine Meinung. Andere Spieler, gerade aus meiner Gruppe, spielen einzig wegen dem Spaß (den sie auch meinem Streben nach Perfektion verdanken) und wieder andere einfach nur mit.
Rollenspiel ist genauso ein Hobby wie jedes andere auch, nur teilweise vielleicht ein wenig aufwendiger.
Wer drei bis vier Systeme regelmäßig spielt weiß nicht zu letzt was ich meine, es fängt sicherlich bei jenen an, die sich intensiv mit nur einem Spiel beschäftigen. So manches Rollenspiel ist gar eine Wissenschaft und ihr solltet doch einmal zugeben: eure eigene Runde ist doch auch immer die Beste, oder?
Stellt euch mal jene Spielleiter vor, auch den Guru des CHR-Universums... wie sollten solche Leute, solche Welten erschaffen, wenn sie sich nicht fast religiös diesen Dingen verschreiben?
Lauscht eurem Prediger in der Kirche, oder eurem SL wenn er feierlich von seiner Spielrunde, den Hausregeln oder Erweiterungen seines Spielsystems erzählt.
Ich warte auf die "perfekte Welle" - schwimme ihr immer wieder ein Stück weit entgegen und hoffe einfach, dass ich sie noch vor euch erreiche ;)


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"Sebastiansche These" - Die "Katastrophentheorie"

Sebastian @, Sunday, 08. August 2004, 16:58 @ Nuriet/Peter


Als Antwort auf: "Die perfekte Welle" von Nuriet/Peter am 08. August 2004 15:11:32:

Zu erst würde ich doch gerne die beiden anderen Theorien aus dem Graben einmal hören wollen - die Neintheorie habe ich verstanden, die erste wird ja geheim gehalten, die dritte habe nicht greifen können...

Nun gut, ich schreibe etwas zu der dritten Theorie.

Es sei wieder etwas vorne weg gesagt: Als ich diese scharfsinnige Theorie entwickelte war es recht spät, ich war müde und ich hatte meinen Kaffee noch nicht gefunden (*gg*). Außerdem fand ich die ganze Sache doch recht lustig und nahm sie zu diesem Zeitpunkt nicht allzu Ernst. Ich nehme die Sache auch jetzt noch nicht ganz für voll...

Ich zitiere nochmal, was ich zu beginn über diese Theorie schrieb: "Um nun zur letzten Theorie - der bedeutensten überhaupt - zu kommen, die kaum diskutiert wurde: Es ist die - man mag es kaum glauben - "Sebastiansche Theorie". [...] Sie, die Theorie, wird auch die allgemein "Katastrophentheorie" bzw. die "Weltuntergangstheorie" genannt und geht gar von einem apokalyptischen Ausmaß in der Beantwortung der Fragen aller Fragen aus. [...]"

In meiner Theorie geht es weniger um den Spaß, den die Spieler beim Spiel empfinden, als viel mehr um den Inhalt: "Was passiert da?" und auch vor allem, "Wie endet dieser (ultimative) Plot?".

Es ist bei bei dieser Theorie völlig egal, was im Plot abläuft. Der Plot kann noch so beschissen sein. Es spielt keine Rolle. Viel mehr ist bei dieser Theorie das Ende von interesse. Aber es darf nicht irgend ein Ende sein, bei dem letztendlich in der Röhre alles wie gehabt weiter geht. Wenn es nach der Katastrophentheorie geht, dann gibt es nach dem "ultimativen Plot" kein Weiter. Es ist Ende.

Ich denke der Name sagt, was im groben geschehen sein muss. Eine Katastrophe. Die "Chrestonimapokalypse", die es unmöglich macht weiter zu spielen.

Dabei ist es egal, wie das angestellt wurde. Ob nun plötzlich jemand ne Wettermaschiene für die Röhre fand und eine Eiszeit herauf beschwor, die alles Lebenbei vernichtete, oder ob die Röhre schlicht explodierte; es ist gleich.

Grob kann man sagen, dass bei der apokalyptischen Theorie folgender Plot, der ultimative Plot ist: "Der ultimative Plot ist der Plot, der das ultimative (das endgültige) Ende zur Folge hat".

So. *gg* Damit habe ich meiner Fantasie für heute genügend Auslauf gegönnt.

Grüße,
Sebastian mit der Katastrophentheorie.


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gefällt mir - ultimativ erfährt keine Steigerung - spielen wird sinnlos (n/t)

Nuriet/Peter @, Sunday, 08. August 2004, 17:10 @ Sebastian


Als Antwort auf: "Sebastiansche These" - Die "Katastrophentheorie" von Sebastian am 08. August 2004 16:58:06:

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Für Pet ...

René @, Sunday, 08. August 2004, 23:53 @ Eva / Khitra


Als Antwort auf: Und der wäre? n/t von Eva / Khitra am 08. August 2004 12:49:33:


... wäre es ein Sitzungsplot über 43 neue Verordnungen für eine Gildensatzung.


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Wo denkst du hin?

Peter (Pet) @, Monday, 09. August 2004, 02:01 @ René


Als Antwort auf: Für Pet ... von René am 08. August 2004 23:53:23:


Das stimmt doch gar nicht. Pet braucht keinen lästigen Sitzungsplot mehr, um solche Kleinigkeiten umzusetzen. Mittlerweile kann er das ganz alleine durchziehen :-).
mfg
Peter

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