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"Die perfekte Welle"

Nuriet/Peter @, Sunday, 08. August 2004, 15:11 @ Eva / Khitra


Als Antwort auf: Und der wäre? n/t von Eva / Khitra am 08. August 2004 12:49:33:


Zu erst würde ich doch gerne die beiden anderen Theorien aus dem Graben einmal hören wollen - die Neintheorie habe ich verstanden, die erste wird ja geheim gehalten, die dritte habe nicht greifen können...

Nun zu meiner Ansicht: Da ich erst heute morgen um 8:00h eine Rollenspielrunde hinter mich gebracht habe, mit einem relativ geringen Anteil an Plott und daher sicher nun eher zu NEIN tendieren sollte, ein Zitat eines Freundes: "Andere Leute suchen sich ein leichtes Hobby, wie Radfahren, Gesellschatsspiele oder Kernphysik, warum müssen wir Rollenspiele spielen?"
Manchmal hat Rollenspiel doch etwas fast religiöses, Würfeltechniken werden celbriert, Charaktere werden zum fantastischen Alterego und die Spielrunde das Tor in eine andere Welt um sich ein paar Stunden mal zu vergessen. Ich denke wenn man diese Attribute auch auf sich vereinbaren kann, dann kann man auch vom perfekten Plott reden. Ich sage nicht, dann kann man ihn erleben, ich sage dann kann man von ihm träumen, darauf hinarbeiten, darauf warten.
Vielleicht zu vergleichen mit dem altbekannten Surfertraum der perfekten Welle. Sie alle warten darauf, sie alle erleben wohl ein Lebenlang keine, bis auf den einen der von ihr erzählt und der Mathos lebt weiter.
Wie heißt es? Du kannst die Perfektion nicht erreichen, aber du kannst nach ihr streben um fortwährend besser zu werden?
Ich bin seit zehn Jahren Spielleiter einer Pen&Paper Runde, und würde ich sagen: "die perfekte Welle" ist Schwachfug, würde ich beginnen meinen Stiefel durchzuziehen, würde beginnen in Routine zu kommen, zu verfallen. Aber ich glaube ich kann besser sein, ich glaube an "die perfekte Welle" - aus meiner Sicht weniger in Form des perfekten Plotts, zugegeben. Meine "perfekte Welle" ist der Spielabend, an dem jeder vergißt, dass er spielt, vergißt das er Würfel statt Schwert in der Hand hält (aber wohlbehalten in die Realität zurück findet).

Ich denke aber auch, man muss ein Stück weit süchtig sein, ein Stück weit abhängig von dieser Welt, um sich solchen Träumereien hinzugeben und vielleicht auch solchen Mühen. Ich verbringe viel Zeit mit Rollenspielen, schreibe, zeichne, spiele... Kurzgeschichten, Romane, Regelwerke, Homepages, alles nicht nur als Konsument. Warum sollte ich soviel Zeit darauf verschwenden, wenn ich nicht "perfekt" sein wollte, die "perfekte Runde" haben wollte...

Aber das ist meine Meinung. Andere Spieler, gerade aus meiner Gruppe, spielen einzig wegen dem Spaß (den sie auch meinem Streben nach Perfektion verdanken) und wieder andere einfach nur mit.
Rollenspiel ist genauso ein Hobby wie jedes andere auch, nur teilweise vielleicht ein wenig aufwendiger.
Wer drei bis vier Systeme regelmäßig spielt weiß nicht zu letzt was ich meine, es fängt sicherlich bei jenen an, die sich intensiv mit nur einem Spiel beschäftigen. So manches Rollenspiel ist gar eine Wissenschaft und ihr solltet doch einmal zugeben: eure eigene Runde ist doch auch immer die Beste, oder?
Stellt euch mal jene Spielleiter vor, auch den Guru des CHR-Universums... wie sollten solche Leute, solche Welten erschaffen, wenn sie sich nicht fast religiös diesen Dingen verschreiben?
Lauscht eurem Prediger in der Kirche, oder eurem SL wenn er feierlich von seiner Spielrunde, den Hausregeln oder Erweiterungen seines Spielsystems erzählt.
Ich warte auf die "perfekte Welle" - schwimme ihr immer wieder ein Stück weit entgegen und hoffe einfach, dass ich sie noch vor euch erreiche ;)


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