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Gedanken dazu

Alex (Anderson/Boron) @, Monday, 06. October 2003, 13:41 @ Willi, CHR-Verwaltung


Als Antwort auf: Mein Kommentar... von Willi, CHR-Verwaltung am 06. Oktober 2003 11:36:34:


Über den Eindruck von Außen.

Man muss sich bei der ganzen Diskussion trotzdem vor Augen führen, dass Rollenspieler für nicht Rollenspieler erst mal potentiell einen Schlag haben. Kenn ich ja nur zur genüge. Was du bist Rollenspieler? Ach du meine Güte. Sprich diese Leute werden sich nicht mit den Spielhintergrund auseinander setzen noch sich versuchen in die Hintergrundwelt einzudenken. Ich erinnere mich da an eine kleine Diskussion während eines Rollenspielstammtisch, der in einer öffentlichen Gaststätte stattfindet. Sprich waren auch "normale" Leute da. Die Gesichter der Leute hätte man sehen sollen als dann über Banküberfälle oder Einbrüche in Konzerngebäude diskutiert wurden und welche Waffen man da am Besten mitnimmt (Shadowrun/Cyberpunk) oder welcher Zauberspruch jetzt was am Besten macht und wie man jetzt nen Dämon ab besten beschwört (Eigenes System des Stammtisches das gerade am sich entwickeln ist). Sprich bei den Leuten ist es egal ob jetzt Vorovis einen rassistischen Hintergrund hat oder ob das eine Wattebauschwerferstadt ist. Solchen Leuten wirst du das nie erklären können.

So jetzt zu Rollenspielern. Wenn die Leute in eine Welt einsteigen sollten sie entweder die Spieler vorher fragen und das System erklären lassen oder sich die Hintergrundwelt durchlesen um einen Einblick über das Ganze zu bekommen. So die Leute dürften dann einen gewissen Einblick über das System haben und suchen sich dann die Stadt aus in der sie spielen wollen. Was in Chrestonim meistens Esticha oder Gilgat ist, weil die Städte am ehesten das entspricht was der Spieler aus anderen Systemen oder der realen Welt kennt. Auch wenn Gilgat vom Konzept eher eine yedisch fundamentalistische Stadt ist und Esticha auf Grund des latenten Rassismus der Stadt bzw. der Spannungen zwischen den alten "Demokraten" und der neuen Monarchie bzw. zwischene Neuen Kult und Lijan Anhängern eine sehr interessante Stadt ist. Doch bekommt der Marktleser davon nichts mit weil die ganzen Ränkespiele, Putschpläne usw. per Mail ausgemacht werden udn entsprechende Anlaufzeit bzw. Plotlaufzeit haben.
So kommen wir nun zu Achor. Achor ist eigentlich nur für Spieler mit Piratenabitionen interessant, die sich auch mal selbst beschäfftigen können und auch selbst einiges aufbauen wollen. Das liegt zum einen an der geringen Spielerschaft und zum anderen an der "Eingeschworenheit" derselbigen. Sprich als Neeb braucht man einen langen Atem bis man dort als vollwärtiges Mitglied anerkannt wird. Was aber aufgrund des Stadthintergrundes nur verständlich ist, Kenn das ja selbst mit meinen Chars ;-)
So und Vorovis ist erst mal die Stadt, die am abschreckensten ist. Das liegt am Hintergrund und das liegt an der Spielerschaft. Die Frage ist jetzt wie arbeitet die Spielerschaft den Hintergrund auf und präsentiert diesen der Öffentlichkeit. Sprich es ist nicht spielstimming wenn im Hintergrund drin steht. Die Stadt zeichnet sich durch ihren offenen Rassismus gegen alles was nicht menschlich ist aus, aber zeitgleich dürfen keine Halbsragon öffentlich bespuckt werden oder mal rebellische Sklaven zur Abschreckung hingerichtet werden oder es mal eine öffentliche Opferung geben obwohl das im Hintergrund so drin steht. Ihr seht den Widerspruch?
Das Problem an der Sache ist jetzt, das es Spieler gibt die genau das an der Stadt spielen wollen nämlich das "Böse" das gelingt mal mehr oder weniger besser und die Texte haben mal mehr oder weniger literarisches Niveau. Gut der Charakter Vira hat in letzter Zeit Aktionen gemacht, die in einer funktionierenden Militärdiktatur eigentlich dazu führen müssten, das dem Charakter ordentlich auf die Finger gehauen werden sollte. Ich betone noch mal dem Charakter nicht dem Spieler. Es schadet nämlich jeder Militärdiktatur wenn ihre äusseren Repressanten mal aus Spaß an der Freude ein paar Sragons abschlachten oder sich öffentlich mit einem Freudenmädchen verlustigen. Überlegt euch mal was mit solchen Leuten in einer wirklichen Diktatur geschehen würde. Die verschwinden auf nimmer Wiedersehen in einem Arbeitslager oder noch schlimmer weil sie dem Ansehen der Diktatur mehr Schaden als Nutzen. Das ist reiner Utilitarismus und genau um dafür zu sorgen währe eigentlich der Jamachan in Vorovis zuständig. Doch was soll die Spielerschaft machen wenn die entsprechende Slschaft im Monatstakt wechselt und man keinen SL hat der einen z.B. einen Verhaftungsplot oder einen Entführungsplot leitet und in so einen Fall braucht man wirklich einen SL weil Vira ja nicht im Haus um die Ecke wohnt und auch ein paar nette Leibwachen hat. So das waren jetzt ein paar Gedanken meinerseits dazu die jetzt zwar weder "tight" noch "action" sind aber mal meine Sicht der Dinge darstellen.

Zu guter Letzt. Ich frag mich noch immer was schlimmer ist die Tatsache, dass sich Vira in der Öffentlichkeit mit einer Freudendame verlustigt oder die Art wie das beschrieben wird. Ich würde wetten, das wenn der Posting nur "Vira hat in der Öffentlichkeit Sex mit einer Freudendame" gelautet hätte es viel geringeren bis gar keinem Protest gegeben hätte, die Leser sich aber ähnliches dabei vorgestellt hätten. Das ist meine persönliche Meinung und man kann mir gerne das Gegenteil von beweisen. Doch mit Moral braucht man hier nicht argumentieren ansonnsten müsste nämlich der Plot auf jeden Fall kritisiert werden egal wie er geschrieben ist.

So das Posting ist nun zum zerschießen freigegeben. Ich wünsche viel Spaß mit.


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