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Geschichten

Ivonne @, Monday, 30. June 2003, 16:45

Ich hab hier eine schöne Geschichte und würde sie gerne mit euch teilen , viel Spaß beim lesen
Mfg
Ivonne
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Es war kalt. Der Regen, der stetig vom Himmel fiel, rann zwischen den Steinen der Straße hindurch, und sickerte in den Untergrund. Feste Erde wurde zu Schlamm und machte die Straße schlüpfrig.
Niemand hätte sich bei so einem Wetter vor die Tür gewagt. Sie saßen alle in ihren beheizten Stuben und wärmten sich die Kehle mit billigem Rum. Es war gefährlich in Nächten wie dieser. Nicht, weil die Straßen rutschig waren . Nein, in Nächten wie dieser, geschahen ungewöhnliche Dinge. Sie geschahen in engen Gassen und dunklen Hauseingängen. In den modrigen Kanälen und feuchten Hinterhöfen. Allzu leicht konnte man sein Leben, oder, wenn man Glück hatte, nur seinen Verstand verlieren. Denn in Nächten wie dieser waren SIE unterwegs. Die dunklen Boten. Keiner wusste woher sie kamen, oder wer sie schickte. Man wusste erst wohin sie wollten, wenn sie dort angekommen waren.
Vielleicht lag das daran, dass bisher niemand eine Begegnung mit den dunklen Boten unbeschadet überstanden hatte.
Sie brachten Unheil.
Auch in dieser Nacht waren sie unterwegs, um ihre Botschaften zu überbringen. Schwarze Schatten, die durch die Nacht zogen. Mit einem geheimen Ziel vor Augen.
Laut hallten seine Schritte durch die Straßen. Hätte ein Bürger zufällig aus seinem Fenster gesehen, hätte sich ihm ein unheimlicher Anblick geboten. Er hätte sich schnell wieder zum Feuer umgedreht und die Erinnerung an diesen Anblick in Alkohol ertränkt. Denn so etwas zu sehen, brachte Unglück.
Die hochaufgerichtete, düstere Gestalt eines Mannes wanderte durch die Straßen. Sein Mantel wehte hinter ihm her und peitschte die Luft.
Er lauschte auf seine gleichmäßigen Schritte. Den Blick starr nach vorne gerichtet, seinen Weg im Auge. Er wusste nicht genau wohin er ging. Er wusste es nie. Doch er spürte, dass er sich seinem Ziel näherte. Immer näher führten ihn seine Schritte.
Man hatte ihn ausgeschickt, wie schon so oft.
Ohne Erklärung.
Doch er wusste was er zu tun hatte.
"Geh", hatten sie gesagt. "Geh, und finde sie."
Wen?
Er war ein dunkler Bote, das wusste er. Ein Bote des Todes. Ohne es zu wollen. Man hatte ihn dazu gemacht. Es war der schwarze Fluch Lijans, der ihn dazu zwang, immer wieder nachts auszuziehen und die zu töten, die Lijan dabei im Weg standen, ihren Glauben zu verbreiten. Für ihn war es schon zu spät gewesen. Sie hatten ihn versklavt. Wie einen Hund an die Kette gelegt. Verflucht. Nachts, wenn der Ruf des Todes ihn erreichte, wusste er was er tat. Er wusste um all die unschuldigen Frauen und Männer die er auf dem Gewissen hatte. Ausgelöscht mit der giftigen Berührung seiner Hand. Doch er wußte auch, daß er am nächsten Morgen, wenn er wieder in seinem Bett aufwachte, jede Erinnerung an seine nächtlichen Streifzüge verloren haben würde. Nichts mehr wußte, von dem Blut, das an seinen Händen klebte. Schon oft hatte er versucht, sich zu widersetzen. Hatte versucht in die falsche Richtung zu laufen. Doch der Fluch war immer stärker gewesen. Und es gefiel ihm zu töten. Erst danach überfiel ihn die Reue. Das Begreifen dessen, was er getan hatte. Doch dann war es zu spät und sein Opfer lag zu seinen Füßen und regte sich nicht mehr. Es war, als hätte er keine Kontrolle mehr über seinen Körper. Er wurde von anderen gelenkt und in seinem Inneren wand sich seine Seele, vergeblich.
Sein nasses Haar hing ihm in wilden Strähnen ins Gesicht und Wasser tropfte von seinen Fingerspitzen auf den nassen Stein, über den er ging.
Einige Meter vor ihm stolperte eine betrunkene Gestalt aus einer Schenke. Wankend suchte der Mann nach einem Halt und streckte seine kräftigen Arme nach ihm aus. Doch dann zog er seine Hand wieder zurück, als hätte er sich verbrannt. Mit großen Augen starrte er der dunklen Gestalt nach, die einfach an ihm vorbei geschritten war, ohne auch nur einen Blick auf ihn zu richten. Fluchend torkelte der Betrunkene wieder zurück in die Gaststube und bestellte sich ein weiteres Glas Rum. Er hatte beschlossen, dass er doch noch nicht genug gehabt hatte.
Ein triumphierendes Lächeln zierte die schmalen Lippen des Mannes, als er vor einem kleinen heruntergekommenen Haus stehen blieb. Dies war sein Ziel.
Er strich sich die nassen Haare aus der Stirn und öffnete die Tür. Zielstrebig schritt er durch den schmalen Hausflur und betrat die Wohnstube. Dort blieb er zunächst einmal im Türrahmen stehen und blickte sich in dem Raum um.
Die stickige Luft im Innern des Hauses machte das Atmen im ersten Moment zu einer Qual. Das Herdfeuer verbreitete eine beinahe unangenehme Wärme in dem Raum und nur eine kleine Kerze versuchte vergeblich, ihr Licht in die Ecken des Zimmers zu schicken. Doch das Wachs war beinahe heruntergebrannt und bald würde die Dunkelheit über das Licht triumphiert haben. Mal wieder. Nur noch wenige Zentimeter trennten sie vor dem Erlöschen.
Eine junge Frau saß schlafend am Küchentisch und hatte den Kopf auf ihre Arme gelegt. Sie war über ihrer Arbeit eingeschlafen. Sie war es, nach der man ihn ausgeschickt hatte. Es erschreckte ihn, wie jung sie noch war. Höchstens siebzehn Jahre. Doch es bestand kein Zweifel. Dies war die Frau, die er gesucht hatte.
Konnte das wirklich sein? Was konnte es für einen Sinn haben so ein junges Geschöpf zu töten? Er wollte nicht glauben, dass dieses Kind eine Bedrohung für Lijan sein sollte. Wieder war es, als würde eine fremde Macht von seinem Körper Besitz ergreifen und ihn näher an die junge Frau herangehen lassen. Gerade streckte er die Hand aus, um das Gift, das an den Fingerspitzen seines linken Handschuhs klebte, an ihren Hals zu tupfen. Da spürte er, dass er beobachtet wurde. Langsam drehte er sich um und blickte in die Augen eines kleinen Jungen, der in einem schmalen Bett an der gegenüberliegenden Seite des Zimmers saß und den Fremden ansah. Seine Augen waren wach und aufmerksam, doch ein fiebriges Glänzen war darin. Als er diese unschuldigen Augen auf sich ruhen spürte, löste sich der eiserne Griff des schrecklichen Fluches für einen Augenblick von ihm und er war wieder Herr seiner Sinne. Der Junge war blass und mager von langem Fieber. Ein trockenes Husten schüttelte den kleinen Körper und ließ ihn schwer atmend auf das Krankenbett zurücksinken. Doch dabei behielt er den Fremden weiterhin im Auge.
Der Mann erwiderte den neugierigen Blick des Kindes und trat näher an das Bett heran. Der Junge konnte noch keine fünf Jahre alt sein. Warum rief er nicht nach Hilfe? Schließlich war ein Fremder in das Haus eingedrungen. Er wusste um die dunkle Aura, die ihn umgab, wenn er unter dem Bann Lijans stand. Die Menschen, die ihm begegneten, schreckten vor ihm zurück, flohen, oder zeigten auf andere Weise ihre Furcht vor dem düsteren Mann, der vor ihnen stand. Doch dieses Kind zeigte keinerlei Furcht.
"Bist du ein Bote Lijans?" fragte es. Seine Stimme war klar und zitterte nicht, wie der Mann es erwartet hatte.
"Ich... " was sollte er sagen? Ja, ich bringe den Tod... tut mir leid, ich muss deine Schwester töten... Oder war es gar die Mutter? Nein, dafür war sie zu jung.
"Wie heißt du?" fragte er den Jungen.
"Flori." Wieder begann er zu husten. Als er sich beruhigt hatte, setzte sich der Mann auf den Stuhl neben dem Bett.
"Bist du gekommen um mich zu holen?"
"Warum fragst du das?"
"Die Nachbarin sagt, ich hätte nicht mehr lange zu leben. Weil ich immer so huste."
"Was weiß schon die Nachbarin!"
"Das sagt Jenne auch immer." Das Kind warf einen Blick auf das schlafende Mädchen.
"Ist das deine Schwester?"
"Ja, Mutter und Vater sind nicht mehr da. Jenne kümmert sich um mich."
"Tut mir leid."
"Ich kann mich kaum an sie erinnern. Aber jetzt bin ich krank und wir können den Heiler nicht bezahlen, damit er meinen Husten wegmacht. Muss ich wirklich schon sterben?"
"Nein, das musst du nicht." Der Mann versuchte zu lächeln, doch es wollte ihm nicht gelingen. Was war, wenn er dieses Mädchen wirklich tötete? Hieß das nicht auch, dass Flori sterben musste? Ohne Familie. Krank.
"Ich habe Angst allein zu sein."
"Das brauchst du nicht. Schlaf wieder."
"Bleibst du bei mir, bis ich eingeschlafen bin?" Der Junge sah den Fremden mit flehendem Blick an. Aus irgendeinem Grund vertraute Flori ihm. Er wollte dieses Vertrauen nicht enttäuschen.
"Wenn du das möchtest."
Lächelnd lehnte der Junge sich in seine Kissen zurück, ergriff die Hand des Mannes und schloss die Augen.
Verwirrt starrte der Fremde auf die kleine heiße Hand, die in der seinen lag. Wie groß seine Finger dagegen wirkten. Wie konnte es nur sein, dass so ein kleines unschuldiges Kind sterben musste? Er wünschte, er könnte irgend etwas tun. Von neuem spürte er den Ruf in seinem Inneren, der ihn zwingen wollte, seinen Auftrag zu Ende zu bringen. Zu beenden, was er begonnen hatte. Doch was passierte dann mit dem Kind? Ohne seine Schwester war es verloren.
Nach einer Weile hörte er, wie Flori gleichmäßig atmete. Leises Rasseln begleitete jeden seiner Atemzüge. Vorsichtig löste er seine Hand aus der Umklammerung des Kindes und stand auf. Er hatte einen Entschluss gefasst.
Am nächsten Morgen fiel die Sonne durch die dreckigen Fensterscheiben und weckte Jenne auf. Ihr kleiner Bruder schlief noch friedlich. Es schien ihm besser zu gehen. Vor ihr auf dem Tisch lag ein kleiner Beutel. Verwundert öffnete sie ihn und fand darin einige Silbermünzen. Erfreut stellte sie fest, dass es genug war um einen Heiler zu bezahlen. Doch woher kam dieses Geld? War etwa heute Nacht jemand hier gewesen, während sie geschlafen hatte?
Vor dem Haus hörte sie Stimmen, die aufgeregt miteinander redeten. Neugierig trat sie nach draußen. Eine Menschentraube hatte sich in der Gasse vor ihrem Haus gebildet. Als sie einige der Passanten beiseite geschoben hatte, fiel ihr Blick auf einen jungen Mann, der tot dalag. Er schien keines gewaltsamen Todes gestorben zu sein. Sein Gesicht war friedlich, beinahe schien es als würde er lächeln. Es sah aus, als wäre er für einige Augenblicke sehr glücklich gewesen. Jenne betrachtete stumm die dunkel gekleidete Gestalt, die dort vor ihrem Haus lag. Sie hörte nicht auf die aufgeregten Spekulationen der Nachbarn, warum dieser Mann gerade hier lag, sondern fühlte aus irgend einem Grund Trauer für diesen Fremden. Als sie Flori im Innern des Hauses husten hörte, ging sie wieder hinein. Der Junge hatte sich aufgesetzt und versuchte vergeblich durch die Fenster zu erkennen, was draußen vor sich ging.
"Was ist da?"
"Ein Toter."
"Ach so."
Tote waren nichts ungewöhnliches in dieser Gegend der Stadt. Doch das Mädchen war trotzdem erstaunt, wie einfach ihr Bruder diese Nachricht abtat.
"War heute Nacht jemand hier?"
"Ja. Hat er das dagelassen?" Der Junge deutete auf den Beutel, den Jenne noch immer in der Hand hielt.
"Ja. Wer war es?"
Flori lächelte.
"Ein schwarzer Bote!"

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Geschichte und Lijan

Josef/Hel @, Tuesday, 01. July 2003, 02:41 @ Ivonne


Als Antwort auf: Geschichten von Ivonne am 30. Juni 2003 16:45:50:


Hallo Ivonne!


Ich habe ein paar OOC Bemerkungen zu deiner an sich guten Geschichte, die Lijan betreffen. Das Wichtigste gleich am Anfang. Alle die Lijan dienen, tun das auf freien Stücken, vollster Überzeugung und mit unerschütterlichem Glauben. Jedes Wesen, daß die beiden Eide auf Lijan ablegt, ist durch teils schreckliche Prüfungen gegangen, in denen es sowohl Glauben, Überzeugung, Opferbereitschaft und Mut bewiesen hat. Jeder der versagt, stirbt.
Die Geschichte des Kultes reicht weit in die Zeit vor der Gründung der Allianz zurück und seine Macht gründet sich unter Anderem auf drei Säulen. Bedingungsloser Glauben, Gehorsam und absolute Geheimhaltung. Ihre Anhänger können Handwerker, Soldaten, hohe Staatsfunktionäre ja sogar Priester des neuen oder alten Kultes sein. Niemand vermag es ihnen an der Nasenspitze anzusehen, daß sie der dunklen Herrin dienen. Schon allein die schrecklichen Strafen, die verhängt werden, sobald jemand als Gläubiger Lijans erkannt wird (so wurde zB. ein Hohepriester der Lijan von der Inquisition dazu verurteilt, in einer Kiste von hungrigen Ratten aufgefressen zu werden) machen diese Tarnung nur zu verständlich.
Auch geht es dem Kult nicht darum, ihren Glauben zu verbreiten. Jene die Lijan wirklich suchen, werden sie über kurz oder lang auch finden. Das Ziel des Kultes ist jedem Gläubigen geläufig. Es ist der Sturz Hostionos und die Aufrichtung der Herrschaft Lijans in der Röhre. Dafür kämpfen und sterben sie auch, wenn es erforderlich ist.
Ihre Vollstrecker töten nicht um des Tötens Willen, auch wenn es für Außenstehende oft so aussehen mag. Doch niemals wird einer von ihnen aus eigenem Willen ein bezeichnetes Opfer verschonen, denn dieser Verrat an der Göttin wäre nicht nur der Tod sondern die ewige Verdammnis nach ihrem Glauben.
Es ist mir schon klar, daß vieles vom Gesagtem Hintergrundwissen ist, das du kaum kennen kannst. Ich will auch nicht deine gute Geschichte in der Luft zerreißen, sondern die Aspekte die Lijan betreffen ins rechte Licht rücken, damit OOC keine Mißverständnisse über die dunkle Herrin aufkommen.

Grüße
Josef


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Re: Geschichte und Lijan

Ivonne @, Tuesday, 01. July 2003, 10:05 @ Josef/Hel


Als Antwort auf: Geschichte und Lijan von Josef/Hel am 01. Juli 2003 02:41:41:


Ich will das hier nicht , was weiß ich wie beschprechen, wie es nun um Lijan aussieht und und und, es war alles frei erfunden, und alle die das mit dem spiel verglichen haben, bitte ich um verzeihung, ich wollte keinesfalls, irgentwelche daten an andere weitergeben die nicht stimmen dann hätte ich es ic gemacht.

Es war nur eine Geschichte!

Liebe Grüße
Ivonne


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