Re: reiter in der nacht - spam
Als Antwort auf: Re: reiter in der nacht - spam von Asskis am 11. Mai 2003 22:23:41:
Eindeutig zuviel Mist den du dir dort antun müssen hast Katy.
hey.... geisteskrankheit ist vererblich. ich war schon immer ein wenig... merkwuerdig
)
die sonne scheint und ich hab spaetschicht, warum tu ich mir das an? des geldes wegen.... *seuftz*
realitaet gegen fiction....
Die Fabrik
Als sie die Tür öffnet, steht sie in einem weißen Gang. Lampen werfen
halogenhelles Licht an die weißen Decken, Wände und Fußböden. Ähnlich einer
Million kleiner Sonnen, deren Licht dazu verdammt ist immer wieder
reflektiert zu werden, um dann endlich in den Tunnel ihrer Augen zu fallen
und sich
in ihrer Netzhaut fest zu brennen. Unsere Heldin schließt einen Moment die
Augen, blinzelt. Tag und Nacht haben hier drin keine Bedeutung mehr, sind
nicht existent.
Die Luft ist heiß und trocken. Die Lüftung rauscht in gewohnter Lautstärke
vor sich hin, erscheint ihr ein vertrautes Lied zu singen.
Ihre Schuhe machen auf dem gummiartigen Fußboden ein quietschendes Geräusch,
als sie sich auf den Weg zu ihrer Waschkaue macht. Von oben erklingt das
Tröten einer Hupe, das ihr sagt das das Band angelaufen ist.
Sie zieht die Tür auf, die bunt beklebt ist mit den verschiedenen
Kontaktinfos für Fahrgemeinschaften, und betritt den Herrschaftsbereich der
weiblichen
Umkleide. Ein Gähnen unterdrückend ruft sie ein fröhliches "Guten Morgen" in
die Runde derer, die sich fertig machen für den Countdown. Wie immer bekommt
sie ein paar Worte zurück, fröhlich und weniger fröhlich. Die einen sind
zerknittert vom Vorabend, die anderen einfach nur gut drauf. Der Wechsel ist
stätig. Da sie keine Uhr trägt macht sie die Uhrzeit an der Anwesenheit der
anderen fest. Die eine ist schon fort, die andere kommt gerade, ein paar
unterhalten sich träge... sie ist früh dran.
Sie schließt ihren Spinnt auf und schlüpft in ihre Latzhose. Irgendjemand
hat gesagt die Klamotten hätten einen Flair von "Mao" und so assoziiert sie
sich im Spiegel immer als kleine Chinesin im kommunistischen Outfit. Der
Vergleich hat etwas, hat sie für sich entschieden.
Die langen Haare zwängt sie in einen ordentlichen Zopf, der sie ein bisschen
wie eine Gouvernante im Landschulheim aussehen lässt. Aber wer wird denn an
Aussehen denken, wenn er arbeitet. Sie streckt sich kurz die Zunge raus, um
dem strengen Blick im Spiegel zu entgehen.
Der Weg zum Band führt sie vorbei an den Warenkörben. Die Vorschicht ist
noch immer in Aktion. Hastig befüllen sie die Regale auf Rädern, die man
hier Warenkörbe nennt, so wie einen Wagen im Supermarkt. Doch wirklich viel
hat das eine mit dem anderen nicht zu tun.
Unsere Heldin wendet den Blick nach oben und registriert die Anzahl der an
der Decke schwebenden Fahrzeuge. In weißen Greifarmen schweben die Karossen
beinahe lautlos über den Menschen darunter. Sie betrachtet die Anzahl im
skeptischen Blick und runzelt leicht die Stirn. Der Puffer ist beinahe leer.
Einem Gabelstapler ausweichend erreicht sie die Treppe und trabt
widerstrebend nach oben. Die Arbeitsgeräusche werden deutlicher und nun
steht sie auf dem Treppenabsatz und schaut sich um. Direkt vor ihr hängen
die Greifarme, ein jeder mit einem Wagen darin, noch ohne Räder, aber schon
mit einem Motor. Der erste Wagen ist hoch genug und sie wandert unter ihm
hindurch, immer mit dem Gefühl sprungbereit zu sein, falls das Ding doch
hinunterfahren sollte. Eine Reihe weiter hängen ein paar ausgeschleuste
Fahrzeuge. An ihnen schlängelt sie sich vorbei und ist am Band.
Holzfurnierte Fläche bewegt sich gegen ihre eingeschlagene Richtung. Ein
Radio läuft. Der alte Schlager lässt ihren Gang sich unwillkürlich an den
Takt anpassen und sie summt leise vor sich hin.
Die Karossen liegen hier auf sogenannten "Skits".Ein Skit ist eine Art
Podium, das sich computergesteuert auf und ab bewegt. Das sieht ein bisschen
gespenstisch aus. Je nachdem woran die Einzelnen gerade arbeiten, hebt und
senkt sich der Wagen auf den verschiedenen Abschnitten des Bandes. Jeder
Abschnitt ist ein Takt. Jeder Takt ein Arbeitsschritt zu einem fertigen
Auto.
Sie nickt den anderen Latzhosenträgern im Vorbeigehen zu, manchmal lächelt
sie, manchmal wird sie angelächelt. Auf dem Band kämpfen sie noch um ihre
Stückzahl. Ein paar erhitzte Gesichter zeigen, daß man im Stress ist.
In der Mitte der beiden sich einander entgegengesetzt bewegenden Bänder
blickt sie hinauf zu der Schautafel. Die zeigt nicht die
Fussballergebnisse, was so manchen ihrer Kollegen ein wenig betrübt, auch
nicht die neuen Aktienkurse, weil hier ja keiner der Manager rumlungert. Das
Fußvolk kann darauf seine Leistung und die Uhrzeit ablesen. Mit leicht
zusammengekniffenen Augen erkennt sie das das Soll noch lange nicht dem Ist
entspricht. Scheinbar hat irgendeine Maschine gezickt. Beinahe unwillkürlich
zuckt sie die Achseln. Sie weiß aus Erfahrung das dies der Fall ist, denn an
den Arbeitern selbst liegt es im Normalfall nicht. Wenn das Band läuft wird
für sie kein Fahrschalter gedrückt. Sie sehen zu das sie irgendwie die Kurve
bekommen und ihre Takte einhalten.
Das Band steht für die Maschinen. Die dürfen krank sein, im Gegensatz zu den
Arbeitern. Bei den Maschinen kommen Spezialisten, stehen davor und machen
ernste Gesichter. Ernste und sehr wichtige Gesichter.
Aber der Gedanke geht ihr nur flüchtig durch den Kopf. Sie überquert das
nächste Band und betritt ihren Teamraum. Der Teamraum ist ein Gebilde aus
durchsichtigen Wänden ohne Dach. Man sitz wie in einem Glaskäfig. Aber das
er oben offen ist nützt wenig, weil man ja nicht fliegen kann. Das Glas ist
extra schalldämmend. Das nützt leider nichts, weil der Raum ja kein Dach
hat. Die Geräusche fallen einfach ungedämmt durch die Decke. Die Leute geben
oftmals auf miteinander zu reden. Zumal wenn sie auf entgegengesetzten
Ecken des Raumes sitzen. Irgendwann beschließt ein jeder, das der Spaß sich
gegenseitig an zu schreien, sich in Grenzen hält. Die Bildzeitung liegt
aufgeschlagen auf einem der Tische. Dichtgedrängt und kuschelig sitzt man in
der Pause aufeinander.
Doch sie ist die erste, zumindest sieht es so aus. Die Taschen der
Vorschicht lehnen an den Tischbeinen und ein paar Becher stehen noch herum.
Ein Kaffeerand und ein paar Flecke sind angetrocknet und geben dem
unwirklichen Umfeld einen Hauch von Realität.
gesamter Thread:
- reiter in der nacht - spam - katy, 11.05.2003, 21:04
![gesamten Thread öffnen [*]](templates/chr_design/images/complete_thread.png)
- Re: reiter in der nacht - spam - Benny, 11.05.2003, 21:19
![Vorschau […]](templates/chr_design/images/ajax_preview.png)
- Re: reiter in der nacht - spam - katy, 11.05.2003, 21:57
![Vorschau […]](templates/chr_design/images/ajax_preview.png)
- Re: reiter in der nacht - spam - Asskis, 11.05.2003, 22:23
![Vorschau […]](templates/chr_design/images/ajax_preview.png)
- Re: reiter in der nacht - spam - katy, 12.05.2003, 08:32
- Re: reiter in der nacht - spam - Benny, 12.05.2003, 11:08
![Vorschau […]](templates/chr_design/images/ajax_preview.png)
- - Janine, 01.11.2026, 06:11
![Vorschau […]](templates/chr_design/images/ajax_preview.png)
- So muss man sich in dem Audi-Werk Neckarsulm wohl fühlen;)) - Sammy, 12.05.2003, 20:03
![Vorschau […]](templates/chr_design/images/ajax_preview.png)
- nicht audi.... - katy, 13.05.2003, 09:22
![Vorschau […]](templates/chr_design/images/ajax_preview.png)
- Da fragt man sich glatt... - Dirk, 13.05.2003, 11:05
![Vorschau […]](templates/chr_design/images/ajax_preview.png)
- Da fragt man sich glatt... - Dirk, 13.05.2003, 11:05
- nicht audi.... - katy, 13.05.2003, 09:22
- So muss man sich in dem Audi-Werk Neckarsulm wohl fühlen;)) - Sammy, 12.05.2003, 20:03
- - Janine, 01.11.2026, 06:11
- Re: reiter in der nacht - spam - Benny, 12.05.2003, 11:08
- Re: reiter in der nacht - spam - katy, 12.05.2003, 08:32
- Re: reiter in der nacht - spam - Asskis, 11.05.2003, 22:23
- Re: reiter in der nacht - spam - katy, 11.05.2003, 21:57
- ihre herrlichkeit - katy, 11.05.2003, 21:42
![Vorschau […]](templates/chr_design/images/ajax_preview.png)
- Re: reiter in der nacht - spam - Benny, 11.05.2003, 21:19