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Laienpriesterschaft

Willi, CHR-Verwaltung @, Tuesday, 04. March 2003, 14:06

Da ich oft sehr gefragt werde, was eine Laienpriesterschaft im Neuen Kult bedeutet, hier ein Text, der es hoffentlich ausreichend erklärt. (Kopiert aus einer Mail...)


Wenn sich ein Bewohner der Stadt einer Gottheit besonders verbunden fühlt, kann er sich dazu entschließen, ein Laienpriester seiner Gottheit zu werden. Er muss dafür im Prinzip keine Ausbildung machen und es gibt auch keine Prüfung mit Weihe oder so. (Obgleich das von Kult zu Kult unterschiedlich sein kann, manche Kulte verlangen so etwas wie eine kleine Ausbildung, die aber meist weit unter den Ansprüchen an einen Novizen stehen.)
Der Laienpriester wird im Tempel verzeichnet als ein solcher. Der Laienpriester hiflt dem Tempel, so gut er kann: das kann vom Putzen der Tempelhalle gehen, über das Mithelfen bei Gottesdiensten, dem Verbreiten der Lehren, dem Verteilen von Flugzetteln bei Festen, dem Backen von Kuchen für die Priester *g* bis hin zum Eintritt in eine klösterliche Lebensgemeinschaft. Bei alledem bleibt er jedoch Laie und kann somit auch seinen üblichen Beruf nachgehen. Vom Tempel erhält er ja auch keinen Lohn wie ein Priester. Ein Laienpriester kann also alle Formen annehmen, von (mit irdischen Vergleichen gesprochen) einem ehrenamtlichen Kirchenmitarbeiter der Kinderfeste organisiert, über ein Zeugen-Jehova-Verhalten mit Türklingeln und Lehren verbreiten bis hin zu dem Leben als Mönch. (Mittelalterliche Mönche waren ja auch keine geweihten Priester.) Bei alledem bleiben sie jedoch Laien: sie stehen nicht unter kirchlichem Recht, sondern können weiterhin von einem weltlichen Gericht verurteilt werden.
Als Gegenleistung kann sich der Laienpriester sicher sein, dass er, wenn er in Schwierigkeiten gerät, vom Tempel unterstützt wird. Vor Gericht wird er zumindest einen kirchlichen Fürsprecher haben, der an seiner Seite sitzt und ihn bei der Verteidigung unterstützt. Oder wenn er in Geldnot gerät, der Tempel ihm aushilft oder ihm notfalls gar Unterkunft gewährt und seine Familie ernährt, sollte es ganz schlimm kommen.

Eine Ausbildung ist bei alledem nicht notwendig. Aber es wird vom Laienpriester erwartet, dass er die Lehren der Gottheit gut kennt und sich mit ihnen intensiv beschäftigt hat. Insofern sollte sich ein Laienpriester unter Anleitung eines Geweihten in die heiligen Schriften des jeweiligen Kultes einlesen, was man dann doch wieder als eine Art Schulung bezeichnen kann. Natürlich steht es einem Laienpriester jederzeit frei, sich doch noch für die Priesterlaufbahn zu entscheiden, muss dann jedoch Novize werden. Die Ausbildung wird ihm dann jedoch leichter fallen und wahrscheinlich auch schneller gehen, weil er ja schon viel von "Theorie und Praxis" eines Priesterlebens durch seine Arbeit als Laienpriester mitbekommen hat.


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