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Ankunft im jenseits

Claudia (Claddyn) @, Monday, 30. September 2002, 12:03 @ Wardig Asnan Revijal Charanjas


Als Antwort auf: die verstorbene Tochter des Toten von Wardig Asnan Revijal Charanjas am 27. September 2002 17:59:27:


Eine Stimme, unklar,hart, pulsierend...

"Du hast deine Göttin verraten und gegen ihr Gebot verstoßen,was sie dir gab, als du dich vor der Zeit in Yoroms Arme flüchten wolltest und wie du es nun tatest."

Sie nannte meinen Namen, an dem ich mich nicht mehr entsinne - unter mir sah ich eine Gestalt liegen, ein Bündel im Arm, das Laken war rot vom Blut.
Ich stieg weiter empor, das Bild verschwamm, und plötzlich schwanden mir alle Sinne.
Ich schwebte im weiss, selbst ganz weiss, seltsam körperhaft körperlos, kalt und klar... wie in einem Strudel wurde ich gezogen.
Dröhnen.
Klirren von Spiegelscherben.
"Du tötetest dein Kind, da du dich schinden liessest, ..." wieder mein Name - ich kannte ihn nicht, und doch erkannte ich ihn seltsamerweise wieder, obwohl ich ihn prompt wieder zu vergessen schien.
Eine andere Stimme, klar, fest, donnernd: "Du wirst niemals Erlösung finden. Wer bist du?"
Ich schwieg, denn ich kannte meinen Namen nicht, fetzengleich stoben weiss-kristallene Wolken um mich, und ich sah Yoroms Antlitz, welches niemals beschrieben werden sollte.
Nach einer Weile entsetzlich dröhender Stille, im Leben eines vergangenen Herzschlags und jener geistlosen Kälte sprach die Stimme:
"Ich kenne dich. Jemand nannte deinen Namen, wertloses Geschöpf einer nutzlosen Struktur."
Ich hatte seine Augen und seinen Namen vergessen, ich hatte alles vergessen, was mir einst so wichtig schien... aber ich fühlte den Gedanken von ihm in mir - oder was mir in mir schien.
"GEH."
"wohin..." fragte ich leise, aber da schleuderte mich das Eis schon heraus, überall weisse Kälte, in einem richtungslosen Raum... Donner.
"GEH. Ich will dich nicht sehen. Rastloses Geschöpf - die ewige Suche ist deine Strafe."

Die Stimme entzog sich mir.
Ich schleuderte umher.
Gepeitscht wie eine Welle in der Brandung.
Ich rief den Namen des Kindes, welches meine Torheit tötete.
Dröhnende Stille, pfeiffen des Eiswindes über die öde.
Wo war ich?
Dann - dann rief ich seinen Namen.

Wie ein Blitz hatte er mich durchzuckt - und gellend, ein lautloser schrei eines körperlosen geistes, preschte er durch die Ebenen, galoppierte durchs Gebirge, tauchte in die kalten Untiefen.

(knut, du bist dran ;-))


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