Spielerforum

zurück zur Hauptseite
in Thread öffnen

Komplexität und Einsteigerfreundlichkeit

Willi, CHR-Verwaltung @, Tuesday, 30. July 2002, 11:58 @ Mr. Unbekannt


Als Antwort auf: Für alle denen Chrestonim zu schwierig ist von Mr. Unbekannt am 29. Juli 2002 17:14:56:

Natürlich ist die Komplexität von CHR höher, aber nicht was das einfache Spiel angeht, denn das Tippen der Mails und die Verfahrensweisen im Spiel (die "Spielregeln") sind nicht komplizierter als anderswo.

Chrestonim hat einfach mehr Tiefgang, bedingt durch viererlei:
# Hohe Spieleranzahl: Sie bedingt, dass es mehr Persönlichkeiten gibt, die Ämter und Positionen erfüllen, mehr Konkurrenz, mehr Verbündete, mehr Leute, die den eigenen Charakter lieben, hassen, oder einfach nur kennen. Sicher, es ist schwieriger in eine hohe Position zu kommen, aber wenn es zu einfach wäre, würde Leere aufkommen: 3 Monate Spiel und schon alles erreicht?

# Lange Spiellaufzeit: Die Spieler haben im Wesentlichen die Geschichte ihrer Umwelt geprägt und viele Strukturen geschaffen, die für alle gültig sind. Es gibt eine "Geschichte" in CHR, die verknüpft ist mit Dutzenden von Charakteren, eine Vergangenheit die lebt und deren Auswirkungen in der Spielgegenwart spürbar sind. Sicherlich ist es einfach, die ersten simplen Pinselstriche auf eine neue Leinwand zu setzen, aber in eine Welt zu treten, die bereits eine Geschichte hat, ist etwas sehr reizvolles, da es der Welt Tiefe und Realismus verleiht

# Andersartigkeit der Welt: Die Gebirgs-Standard-Zwerge, die feingliedrigen Intelligenz-Elf-Schickeria und die menschlichen Alleskönner gibt es in CHR nun mal eben nicht, genausowenig wie die üblichen 08/15-Orks. Chrestonim besitzt durch seine Verankerung in Pipes, die Fremdartigkeit der Welt mit eher ungewöhnlichen Rassen, dem grundsätzlich anderen Klima, den Konstellationen innerhalb der Politik und der Rassen untereinander, der Andersartigkeit der Tierwelt, eben all jene kleinen Details ein völlig andere Atmosphäre, die sich zwar nicht so weitgehend, wie ich es manchmal gerne hätte, aber doch in großem Maße vom Fantasy-Einheitsbrei unterscheidet, den man überall findet. Den alten Fantasy-Schablonen, den abgegriffenen Klischees rund um Elfen, Orks und Zwerge begegnet man schon viel zu viel in allen möglichen RPGs, muss man da wirklich eine weitere dieser Standard-Fantasy-Welten dem überfüllten Genre hinzufügen? Oder sich nicht lieber in eine fremdartige, weitaus exotischere und ein Stück weit auch innovativere Welt stürzen, die Überraschungen bieten kann, die jenseits des zu Erwartenden liegen?

# Tiefe der Welt: Es ist nur natürlich, dass die Komplexität in Form von Hintergrundmaterial für die Welt zunimmt und das ist auch gut so. Denn die Spieler tragen mit ihrem Charakter einfach viel für den Hintergrund der Welt bei, sie prägen sie mit und dies MUSS Eingang in die Weltbeschreibungen finden. Ihre Ideen für die Spielwelt, ihre Taten, ihre Vorschläge, all das kann und darf man nicht einfach ignorieren, denn was gibt es idealeres für ein Rollenspiel als eine höchst lebendige und vor allem kreative Community? Ein Haufen bunt gemischter Rollenspiel- und Fantasy-Fans, die zusammen eine lebendige Welt gestalten? Dass da der Umfang der Weltbeschreibung schnell anwächst ist klar und ich bin unendlich froh darüber. Und der Hunger nach umfassenderen Beschreibungen bestätigt dies: Wie sehen die Tempel in meiner Stadt aus? Welche Zugänge hat die Kanalisation? Wenn mein Charakter heiraten will, wie sehen die Zeremonien aus? Wie lang ist meine Chirà schwanger? Oder einfach nur: Welche Handelswaren gibt es in Rash-Magapur? All diese Fragen führen zu einer Ausarbeitung der Welt - ein natürlicher Prozess.
Schön blöd, wer das kreative Potential der CHR-Gemeinschaft nicht ausnützt um die Welt zu gestalten!!!


Komplexität führt nicht selten zu Langzeitmotivation, da das Spiel eine grössere Tiefe und schlichtweg Bedeutung hat als andere. In einer solchen Welt lässt es sich viel tiefer versinken als in andere, man kann mehr entdecken und erfahren, und zwar spielerisch erfahren.
Ich weise ausdrücklich im Leitfaden darauf hin, dass es zu Beginn reicht, sich ein grobes Bild der Welt zu machen und zwar die sieben letzten Seiten des Leitfadens. Alles andere kann man sich erspielen und wenn man mal einen Fehler macht - scheißegal, solange man es verträgt, von seinen Mitspielern korrigiert zu werden.

Die etwas höhere Einstiegsschwelle ist ein geringer Preis dafür, im Gegenzug eine komplexe, laute, aussergewöhnliche Spielwelt erleben zu dürfen, die mit ihrer Geschichte, der Konkurrenz und Weitläufigkeit schlichtweg mehr bietet als die Welten mit flachem Standard-Hintergrund.

  122 Views

gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

26177 Einträge in 5817 Threads, 129 angemeldete Benutzer, 2 Benutzer online (0 angemeldete, 2 Gäste)
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt
powered by my little forum