Estichà Unterer Markt

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Eine neue Geschichte.... Teil 1

Sopry @, Thursday, 21. November 2002, 09:17

Die Wolken stehen dicht und grau. Ein böiger Wind zerzaust Haare und Fell der Passanten. Zerrt an ihren Kleidern und an den Tüchern die die Stände auf dem Markt überdachen.
Das Delvanslicht ist schwach erahnbar, dringt nur durch winzige Lücken in der Wolkendecke und strahlt einzelne Flecken an.

Ein Leibwächter steht neben der Chira, die in einen Umhang gehüllt, auf dem Stein unter dem großen Baum am Rand des Platzes sitzt. Nach und nach setzen sich Kinder zu ihr, hüllen sich in ihre Lumpen und drängen sich dicht aneinander, um sich wärme zu spenden, an diesem kühlen Tag.

„ Die Geschichte von der Entscheidung“ beginnt die rotgetigerte Chira ihre Erzählung.

„Es war in dem Flecken Est-ije-char, da Perna aufwuchs. Die großen Kriege waren noch im Gang, während auf dem Flecken Erde auf dem sie lebte in aller Heimlichkeit die Gemeinschaft der Rassen entstand. Perna war eine Unuim. Feierlich hatte man ihr erst kürzlich die Kopftätowierung aufgemalt und sie zu einer Erwachsenen gemacht.
Ihre größte Freude war es im Wald auf Entdeckungsreisen zu gehen, neue Kräuter zu finden und sie den Heilern zu bringen, die sie auf deren Wirkung testeten.

Viele Tage lang wanderte sie oft im Dschungel umher, auf der Jagd nach Wissen und Pflanzen. Weit entfernte sie sich von dem Ort der ihr Zuhause war.
Eines Tages öffnete sich er Dschungel vor ihr zu einer weiten Ebene. Sie trat hinaus aus dem grünen schattigen Dickicht und erkundete die Pflanzen auf dem Feld, als sie die grausige Entdeckung machte, das überall im hohen Gras skelettierte Leichen lagen. Es war ein altes Schlachtfeld über das sie wanderte. Zuerst war sie erschrocken und wollte umkehren und nach Hause eilen, doch dann siegte die Neugierde. Je mehr Leichen sie fand, desto mehr begriff sie das auf diesem Schlachtfeld Wesen aller Rassen gestorben waren und das was sie nur aus Geschichten kannte – der große Krieg – eine Realität war.

Aber diese Leichen waren alt. Viele Jahre mussten vergangen sein, seit dem sie gestorben waren. Warum sollten die Schatten des Krieges nicht vorrüber gezogen sein? Wer konnte ernsthaft glauben, das die Dummheit über diese Jahre anhalten konnte?
Das ging dem Unuim-Mädchen durch den Kopf.“

Sopry macht eine Pause, lässt den Blick über die Kinder wandern.

Geschichten, Atelier und Heim des Schoßkätzchens Nergals

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